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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : pro und Contra Gedanken über die Anschaffung


newbee
23.09.2003, 20:56
hallo zusammen,

entschuldigt, wenn dies etwas länger wird, aber ich finde die entscheidung für oder gegen einen defender nicht gerade leicht....

Nächstes Jahr werde gebe ich mein Auto aus dem Leasing zurück. Derzeit überlegen mein Mann und ich, was wohl danach in Frage kommt. Für ihn wäre ein 110Sw der Traum.
Nach tagelangem Informationen einholen über das Internet und einen Freund, der einen LR109 fährt haben wir gestern eine Probefahrt gemacht.

Was soll ich sagen, ich war überrascht. Nachdem was ich so alles gelesen habe, hatte ich schon arge Bedenken. Aber ich bin erstaunlich gut mit dem Wagen zurecht gekommen. Auch in der Wohngegend, wo ich beruflich zu tun habe.

Mir ist schon klar, das der Verkäufer seine übliche Verkäufermasche abgezogen hat, deswegen stelle ich meine Fragen bei euch.

Wir werden nach einem Gebrauchten Defender suchen, so um die 5 Jahre alt. Natürlich hat uns der Verkäufer von einem Gebrauchten versucht abzubringen: Es gibt kaum 5 JAhre alte, wenn, dann sind die total durchgenudelt, da viele Marktschreier damit ihre Stände durch die Gegend gezogen haben ......

Wie gut kann man bei den Wagen noch kleinere Sachen selber machen. Ist da unter der Haube auch schon alles verschalt? Wie sieht es mit den "Neuerungen" von BMW aus? Sind die wirklich so schlecht? Wann hatte BMW seine Finger mit im Spiel, bedeutet das, dass man von den Fahrzeugen besser seine Finger lässt?

Wie teuer ist Euer Wagen so im Unterhalt, sprich Werkstatt und Ersatzteile und so? (den Rest habe ich schon gefunden)

Wie sieht es mit der Sicherheit aus? ich lese immer nur, Super stabile Karosserie, aber was bedeutet das Konkret, wenn ich einen Unfall baue?

Die schwieigste Frage, die mir wohl keiner beantworten kann, ist für mich, Was soll ich in der Stadt mit so einem riesigem Auto? Klar, mir macht Autofahren Spass, ich kann mir auch vorstellen zu lernen mit dem Auto ins Gelände zu fahren. Aber vorerst brauche ich"nur" ein AUto um morgens 35 km in und abends 35km zurück, ab und zu mal ein paar Materialien zu transportieren. und ab und an mal 500 km zu meiner Freundin......


Entschuldigt, wenn das nicht gerade die Fragen sind, die Euch in diesem Forum interessieren. Auf der einen Seite reizt mich das Auto, auf der anderen Seite traue ich mich nicht.....

schönen Dank fürs zulesen.

Eure Newbee

blacklandy
23.09.2003, 22:32
Hi newbee,
es gibt einen entscheidenden Punkt in Deiner Frage!
Den Landy den Ihr probegefahren seit, wird ein TD5 gewesen sein - Der gebrauchten 5 Jahre alte den Ihr kaufen wollt ist dann ein TDI.

Der TDI hat nichts von BMW, es ist das Vorgängermodel.
Vorteil ist, das man an dem TDI (wenn man will) so gut wie alles selber machen kann, was beim TD5 durch den Boardcomputer schon etwas aufwendiger ist.

Nachteile gibt es beim TDI gegenüber dem TD5 natürlich auch z.B. (schlechtere Heizung-; etwas langsammere Entgeschwindigkeit; weniger Komfort... um die wesentlichen Dinge zu nennen).

Vom Prinzip sind aber beide altagstauglich, langlebig, robust u. einfach SCHÖÖÖN :-) gute gebrauchte bekommt man auch.

Man sollte so einen Landrover aber schon mögen, dann wird man auch die kleinen Unzulänglichkeiten die ein normaler PKW nicht hat verschmerzen.

Man liebt ihn oder man hasst ihn!
Fahr noch mal einen TDI zur Probe u. wenn er Dir gefällt dann trau Dich!

Harald
24.09.2003, 14:58
Hallo, Newbee,
du hast ja eine ganze Menge Fragen und Bedenken. Der Reihe nach:
Wie Blacklandy schon schreibt, kann man eigentlich alles selbst machen - außerf am Bordcomputer. Aber das Problem stellt sich mittlerweile bei jedem Auto. Wir haben unseren 110er Station Td5 Bj. 99 gebraucht mit 50.000 km im Dezember 2002 gekauft. Jetzt hat er 80.000 km auf der Uhr. Er wird von uns als Alltagsauto und viel im Gelände als Trainingsfahrzeug für Off-Road-Kurse eingesetzt. Eine Panne gab es noch nie.
Werkstätten können teuer sein (wie auch bei VW). Oder man sucht sich einen begnadeten Schrauber z. B. in einer freien Werkstatt. Ersatzteile sind nicht teurer als bei anderen Autos auch.
In der Stadt ist das Auto ein Genuss: Endlich Überblick.
Und Langstrecke ist Einstellungssache. Ich fahre öfter mal von München bis Koblenz und bin auch nur eine halbe Stunde später - aber viel erholter - am Ziel als mit unserem VW-Bus und Gasfuß.
Über das Crash-Verhalten kann ich nichts sagen. Anzumerken ist aber, dass es keine Air-Bags gibt. Vorteil: Bei Autos mit Air-Bagg darfst du nicht mal eine andere Sitzkonsole ohne weiteres montieren. Beim Landy ist dasalles kein Problem.
Zu fahren ist er nach guter alter englischer Art: Erst piano Betriebstemperatur erreichen lassen und dann erst auf höhere Drehzahlen gehen.
Insgesamt darfst du den Landy nie mit normalen Auto-Maßstäben messen: Klappern darf dich nicht stören, weil er so laut ist, ,dass du Klappern gar nicht mehr hörst. Dass es mal reinregnet ist nicht schlimm. Unverständlich ist mir nur, warum man so ein Auto mit Teppichboden baut. Und hart ist er auch nicht - er hat tatsächlich Federn. Wenn du diese Einstellung hast, bist du für den Landy geboren.
Wie Blacklandy schon schreibt: Du liebst dieses Auto (mit allen Macken, die du ihm dann verzeihst oder du steigst nach 5 km aus und willst nie wieder was davon wissen.
Gruß Harald

Pendagon
24.09.2003, 22:26
Hallo Newbee,
habe Deine Nachricht gelesen und mich an damals erinnert, als wir uns ebenfalls einen LR zulegen wollten. Genau das waren auch die Fragen, und Antworten waren schwer zu bekommen.
Zunachst handelt es sich bei einem Land Rover um ein absolut alltagstaugliches Fahrzeug! Die Ausmaße sind nicht wirklich größer als ein normaler Mittelklassewagen und der Wendekreis (ähnlich der Oeresund-Fähre) ist Gewohnheitssache. Wenn Ihr nicht von der 230 km/h-auf-der-Autobahn-Truppe seit und diverse "Eigenheiten", die die anderen Forums-Mitglieder erwähnt haben, akzeptieren kannst, passt es.Dafür bekommst Du einen Wagen mit Stil und Charakter, sehr hohem Gebrauchswert und ein Freund für's Leben. (Hört sich etwas dramatisch an, aber ein LR ist nun mal kein Konsum-KFZ).

Wir benötigen einen 4x4 hauptsächlich wegen Hängerbetrieb (ca. 10.000 km/Jahr Pferdehänger) auf Langstrecken und hatten damals die Wahl zwischen einem Defender und einem Discovery. Die Herz-Entscheidung wäre ein Defender gewesen, der Kopf tendierte aber zu einem Disco. Der Grund sich ca. 35.000 km/Jahr, kaum Gelände, und der Wunsch nach etwas Komfort (gute Sitze, Klima, Geräuschniveau,...) Wir haben diese Entscheidung nie bereut, wenn auch der Defender deutlich uriger ist. (Irgendwann kauf ich mir nen 110 Station, das ist sicher...;-) ) Egal, was Du machst, schau Dir auf jeden Fall den Vorbesitzer an, denn 40.000 km im Wald und 40.000 km Langstreckenfahrten sind halt für das Material ein großer Unterschied.
Wichtig sind regelmässige Inspektionen. Ein Bastlerwagen, der jedes Wochenende durch diverse Teststrecken gejagt wurde, sind eher mit Vorsicht zu geniesseen.

newbee
30.09.2003, 15:27
Hallo zusammen!

Vielen Dank für Eure Antworten.

Zum Glück haben wir noch etwas Zeit, bis wir uns entgültig entscheiden müssen. Ich kann zur Zeit echt nicht sagen, wie ich über das Thema denke :-)

Auf jeden Fall werde ich mich noch weiter um hören und versuchen, die ein oder andere Probefahrt zu machen. Gut fänd ich ja, wenn ich mir mal einen Defender für 2-3 Tage ausleihen könnte. Dann würde ich wirklich sehen, wie ich im Alltag damit zurecht komme.

Naja, wir werden sehen.

Einen schönen Tag noch

Eure Newbee

p.s. Hallo Mann, viele Grüße und bis nacher:-))

Elise
01.10.2003, 08:35
Hallo, Newbee!
Versuch tatsächlich mal, eine Probefahrt an einem ganz normalen Werktag zu kriegen. Und dann sei ganz stark und heiz nicht gleich in den Wald, sondern fahr mal auf den Aldi-Parkplatz und im Berufsverkehr zu Deiner Arbeitsstelle. Du wirst sehen, es geht, und sogar besser als mit einem normalen PKW, weil du viel bessere Übersicht hast. Und Spaß machts auch, weil Dir viele freundliche Landy-Fahrer zuwinken. Der 110 ist nicht länger als ein VW-Passat und man sieht, wo er aufhört. Eines musst Du Dir allerdings abschminken und das sind Parkhäuser.
Ich bin mir ziemlich sicher, Du entscheidest Dich für den Landy. Wenn Dein Mann davon träumt und Du es Dir zumindest vorstellen kannst, werdet Ihr von dem Auto nicht mehr loskommen.
Viele Grüße
Christoph

Thomas R.
01.10.2003, 10:08
stand vor ca. einem Monat vor diesem Problem. Nach der ersten Probefahrt war ich sehr skeptisch, ob das Fenderl alltagstauglich ist. Bei der 2. war es schon besser und bei der 3. hab ich gekauft.
Und nun?
Bin gerade erst aus der Toskana zurück. 750 Kilometer am Stück war gar kein Problem. Nur im Stau, da spürte ich das Knie. Das linke, wegen der Kupplung.
Liegt aber bei mir auch an dem Winkel, in dem ich das Bein halten muss. Bin1,90 m. Da tritt die Belastung eben nicht senkrecht auf.
Aber sonst: Das Teil macht solchen Spass!
Nur Mut,
Thomas

Wolfgang
01.10.2003, 19:58
zu Absatz 1: Richtige Entscheidung - Zeit lassen und Infos einholen (habe ich nämlich nicht gemacht).
zu 2&3: Meine Frau und ich haben damals eine Probefahrt beim Händler gemacht. Ergebnis: "Landy 110er Sw muss her."
zu 4&5: Zu Händlern will ich nichts sagen. Zu gebrauchten Landys kannich nichts sagen.
zu 6: Man kann (muss) viel selber machen. Werkstatthandbuch (ca.75 €) zulegen! Unbedingt Unterbodenwachs und Hohlraumversiegelung anbringen. Das habe ich nicht gemacht und nach 2 Jahren eine neue Heck- und Fahrertür eingebracht.
zu 7: 10 l/100 km. BMW Werkstatt sehr teuer.ZB: Motorhaube Ein- Ausbau 28,56 € ( Zeitansatz 30 Sekunden).
zu 8: Sicherheit - Rahmen = o.k. aber dünne Karosserie.
- relativ schweres Kfz
- keine Airbags
- aber Allrad
zu 9: Meine Frau fährt lieber Twingo in der Stadt. Ich immer Landy. Kein Problem.

Überlegungen anzustellen vor einem Kauf sind richtig. Aber die Vernunft darf bei einem Traumauto keine extreme Rolle spielen.
Viel Spass wünscht Wolfgang

Hugo
01.10.2003, 21:57
defender kauf

nachdem mein fronti nach 240000km anfing, zicken zu machen, stand ich letztes jahr auch vor der entscheidung ein neues fahrzeug mir zuzulegen. da ich ja schon lange erfahrung mit offroadern (auch gelände) gesammelt hatte, kam nur ein "richtiger" offroader in frage. ich hab dann verschiedene offroader probegefahren, jeep wrangler, jeep cherokee, toyota hdj und dann schließlich mein jetztiges fahrzeug, ein defender 90. ich war sofort von dem kleinen großen begeistert. so kurz, und doch soviel platz, gut, beim sitzen hinterm steuer hab ich mit 1,88cm und 90kg ein bisschen enge um mich rum, hab mich aber daran gewöhnt. von den bekannten macken wußte ich schon durch gewisse bekanntchaften im gelände und aus fachzeitschriften. bei der probefahrt regnete es ziemlich startk und an der rechten lüfterblende tropfte wasser rein. der verkäufer lachte nur, und sagte das gehört so. ich war ein wenig geschockt und wollte den karren eigentlich nicht mehr haben. hab dann aber am nächsten morgen gleich angerufen und dem deal zugestimmt. war eine emotionale entscheidung, fahr das ding jetzt fast ein jahr und bin immer noch begeistert. in der stadt ist der kurze defender echt ´ne sensation. ich komme in fast jede parklücke rein, die leute bleiben stehn und schütteln den kopft, daß so ´n "großes" auto in so ´ne kleine lücke passt... und vom einsatz im gelände und unter extremen wetterbedingungen ganz zu schweigen.
will damit sagen: einen defender kauft man nicht nach relationalen überlegungen, sondern emotional. und wenn man ihn nimmt so wie er ist, dann glaube ich, hat man einen "freund" fürs leben gewonnen.

gruß

hugo

newbee
30.12.2003, 20:28
hach ja, wir hatten nun für zwei Tage einen "Paten-Landy" und ich konnte ihn in aller Ruhe und ausgiebig testen. Was soll ich sagen. ich war richtig traurig, dass wir ihn vorhin wieder abgeben mussten. Damit ist klar, wir werden uns auf alle Fälle einen kaufen!

Ihr hattet ja alle so recht:-)

Grüße

Newbee