smue64
12.04.2006, 23:00
Hi Freunde der englischen Qualität,
viele von Euch haben ja bereits den Erfahrungsbericht einer bzw meiner Ehefrau zum Thema Landy gelesen, als ich meinen neuen Serie IIA 88 BJ 64 in der Schweiz gekauft habe und wir uns hier im Forum vorgestellt haben.
Nun, ich wollte heute mal die Gelegenheit nutzen und meine Erfahrungen mit dem ganzen Import- Zulassung und TÜV Thema mit Euch zu teilen.
Wie gesagt, begann die Story hier im Forum, wo ich zufällig über die Adresse www.stolz-rostfrei.ch gestolpert bin. Dort fand ich den Kleinen.
Richard Rosenstolz der Verkäufer, ein Landy bessener Schweizer, war sehr hilfsbereit und hatte, nachdem wir uns handelseinig waren, auch schon den ersten wichtigen Tip parat. Auf dem Kaufvertrag sollte der Hinweis stehen, dass es sich um ein präferenzbegünstigtes Fahrzeug mit dem Ursprungsland England handelt.
Dies spart 10% Zoll, da der Wagen dadurch als wiedereingeführte EU-Ware zollfrei behandelt wird.
Nachdem ich den Kleinen dann auf den Hänger aufgeladen hatte, bin ich zu einem kleinen Grenzposten an der Österreichischen Grenze gefahren. Dort musste ich auf den im Kaufvertrag angegeben Verkaufspreis ;) ( das Auto wird nicht geprüft ) die Einfuhrumsatzsteuer in Bar ( keine Kredit / oder EC Karten ) in Höhe von 10% bezahlen. Normalerweise liegt der Satz bei 16%, aber da es sich bei meinem Auto um einen Wagen älter als 40 Jahre handelt, nur bei 10%. Vielleicht liegt es auch an Österreich, aber da bin ich überfragt. Ich kann nur empfehlen die kleinen Grenzübergänge zu nutzen. Das war wirklich einfach und dauerte 10 Minuten. Man erhält an der österreichischen Grenze den Zollbeleg für die Einfuhr in die EU. Das reicht aber später der Zulassungstelle nicht, aber dazu komme ich noch.
Nun stand er, offiziell in die EU eingeführt, bei mir zu Hause. Es folgten ein paar kosmetische Reparaturen wie der Lichtmaschine ( Danke Willies43 Dirk ), dem Kreuzgelenk der Kardanwelle und dem Swiffel Pin housing Dichtring an der Vorderachse. Essentiell für die Zulassung waren neue Reifen und ein Warnblinker. Bei der Gelegenheit habe ich die Felgen sandgestrahlt und lackiert, die Achsen lackiert und die Bremsen alle mal aufgemacht und eingestellt. Achja, die ganze Lichtelektrik habe ich auch überholt, abgeschmiert und alle Öle gewechselt
Jetzt war der Kleine Zulassungs bereit bzw. TÜV bereit. Daraufhin habe ich eine Anfrage hier im Forum gestartet, wer eine Briefkopie hat. 109S3 hat mir prompt eine geschickt. Vielen Dank Stephan, das Dokument war beim TÜV sehr hilfreich.
Ich habe nun einen Termin in Freising beim TÜV ausgemacht. Die Story, was ich da für ein Auto habe und was für Daten etc ich zu dem Auto habe, habe ich natürlich erzählt. Also, Termin um 7:30 beim TÜV, alles kein Problem, jedenfalls telefonisch nicht.
Auto am Vorabend auf den Hänger geladen, die gesamte Literatur ( Handbuch, Werkstatthandbuch, Haynes, Briefkopie, Lichtensteiner Brief etc ) zusammengesammelt und los gings. Auto vor dem TÜV abgeladen und hochmotiviert ins Büro gestürmt.
OK 1 1/2 Stunden später habe ich frustriert das Auto wieder aufgeladen, ohne TÜV. Offizielle Begründung: Meine Blinker haben keine E-Kennzeichnung und das ist ein erheblicher Mangel. Ich sollte doch nach München-Garchng fahren, die können die von mir gelieferten Daten auch überprüfen. Er kann das eh nicht. Grösster Diskussionspunkt waren allerdings die Größe der Nummernschilder. Der Prüfer sah keine Voraussetzung für kleine Nummernschilder und das Landsratsamt akzeptiert das eh nicht. Die Briefkopie von Stephan lies den Prüfer übrigens kalt.
Auf gut Deutsch: Der Mann war total ahnungslos und das reichlich. Bitte liebe TÜV Mitarbeiter: Dies war ein Einzelsschicksal und gilt mit Sicherheit nicht für alle ehrenwerte Prüfer. Ich möchte hier niemanden zu Nahe treten und man kann das sicherlich nicht pauschalisieren.
Übrigens musste ich nichts bezahlen, das war sehr Kundenfreundlich.
Aber aus dieser Erfahrung würde ich jedem empfehlen eine große Prüfstelle mit Erfahrungen für historische Autos zu besuchen.
Sicherheitshalber habe ich noch schnell die Leiterin der Zulassungstelle kontaktiert und die These des kleinen Schildes überprüft. Es stellt sich heraus, dass die von mir angeforderte Größe kein Problem wäre. Super....das war schon mal gut.
Allerdings stellte sich bei der überprüfung meiner Papiere heraus, dass der österreichische Zollbeleg nicht ausreicht. Ich brauche eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Deutschen Zolls. Dort habe ich angerufen, dann den Beleg aus Österreich gefaxt und erfahren, dass es kein Problem ist, die Unbedenklichkeitsbescheinung zu erhalten. Ich muss nur mit dem Auto zur Überprüfung der Fahrgestellnummer vorbeikommen.
Ich versuchte nun also in Garching beim TÜV einen Termin zu bekommen, was mir auch 3 Tage später gelang. In diesem Zusammenhang kann ich ja vorher schnell beim Zoll vorbeifahren.
Also wieder Hänger beladen, Literatur zusammen sammeln und wieder ging es los. Jetzt schnell zum Zoll, die Bestätigung abholen ( kostenfrei ) und weiter zum TÜV. Dort Auto abgeladen und siehe da: Ein sehr sympatischer Prüfer kam und machte erst mal einen Witz, ob Clerance auch da ist und ob er den eintragen muss :).
Die Prüfung war kein Problem und dauerte ca 20 Minuten. Anschliessend ging es ins Büro und dort wurde das Auto datentechnisch erfasst. Hier war die Literatur sehr hilfreich. Also Leute nehmt alles mit was ihr finden könnt, inclusive Briefkopie. Es vereinfacht das Procedere doch erheblich. Ich möchte mich an dieser Stelle für die Kooperation beim TÜV Garching herzlich bedanken.
TÜV und historisches Gutachten erledigt. Jetzt Zulassen. Auf der Zulassungstelle habe ich alles vorgelgt was ich habe und dann war es auch kein Problem und dauerte 10 Minuten. Ihr braucht:
- Doppelkarte der Versicherung
- Ausweis
- KBA Unbedenklichkeitsbescheinigung ( www.kba.de dauert ca 2 Wochen !)
- Zoll Unbedenklichkeitsbescheinigung
- Eigentumsnachweis / Kaufvertrag / ausländischer FZ Brief
- TÜV Gutachten
und schon ist das Auto zugelassen.
Jetzt steht er mit frischen H-Kennzeichen da und wartet, dass das Wetter besser wird. Die erste Ausfahrt letzt Woche, war aber schon richtig geil .....Wahnsinn....
Ich hoffe ich habe Euch mit dem Bericht nicht gelangweilt und möchte sicherheitshalber erklären, dass ich keine Garantie für etwaige Zollsätze etc, übernehmen kann.
Vielleicht hilft die Story auch jemanden, der einen Landy aus der Schweiz oder einem nicht EU Land importieren möchte.
Meldet Euch, wenn ich Euch helfen kann
Gruss
Stefan
Anbei ein Bild von dem Landy Gespann
viele von Euch haben ja bereits den Erfahrungsbericht einer bzw meiner Ehefrau zum Thema Landy gelesen, als ich meinen neuen Serie IIA 88 BJ 64 in der Schweiz gekauft habe und wir uns hier im Forum vorgestellt haben.
Nun, ich wollte heute mal die Gelegenheit nutzen und meine Erfahrungen mit dem ganzen Import- Zulassung und TÜV Thema mit Euch zu teilen.
Wie gesagt, begann die Story hier im Forum, wo ich zufällig über die Adresse www.stolz-rostfrei.ch gestolpert bin. Dort fand ich den Kleinen.
Richard Rosenstolz der Verkäufer, ein Landy bessener Schweizer, war sehr hilfsbereit und hatte, nachdem wir uns handelseinig waren, auch schon den ersten wichtigen Tip parat. Auf dem Kaufvertrag sollte der Hinweis stehen, dass es sich um ein präferenzbegünstigtes Fahrzeug mit dem Ursprungsland England handelt.
Dies spart 10% Zoll, da der Wagen dadurch als wiedereingeführte EU-Ware zollfrei behandelt wird.
Nachdem ich den Kleinen dann auf den Hänger aufgeladen hatte, bin ich zu einem kleinen Grenzposten an der Österreichischen Grenze gefahren. Dort musste ich auf den im Kaufvertrag angegeben Verkaufspreis ;) ( das Auto wird nicht geprüft ) die Einfuhrumsatzsteuer in Bar ( keine Kredit / oder EC Karten ) in Höhe von 10% bezahlen. Normalerweise liegt der Satz bei 16%, aber da es sich bei meinem Auto um einen Wagen älter als 40 Jahre handelt, nur bei 10%. Vielleicht liegt es auch an Österreich, aber da bin ich überfragt. Ich kann nur empfehlen die kleinen Grenzübergänge zu nutzen. Das war wirklich einfach und dauerte 10 Minuten. Man erhält an der österreichischen Grenze den Zollbeleg für die Einfuhr in die EU. Das reicht aber später der Zulassungstelle nicht, aber dazu komme ich noch.
Nun stand er, offiziell in die EU eingeführt, bei mir zu Hause. Es folgten ein paar kosmetische Reparaturen wie der Lichtmaschine ( Danke Willies43 Dirk ), dem Kreuzgelenk der Kardanwelle und dem Swiffel Pin housing Dichtring an der Vorderachse. Essentiell für die Zulassung waren neue Reifen und ein Warnblinker. Bei der Gelegenheit habe ich die Felgen sandgestrahlt und lackiert, die Achsen lackiert und die Bremsen alle mal aufgemacht und eingestellt. Achja, die ganze Lichtelektrik habe ich auch überholt, abgeschmiert und alle Öle gewechselt
Jetzt war der Kleine Zulassungs bereit bzw. TÜV bereit. Daraufhin habe ich eine Anfrage hier im Forum gestartet, wer eine Briefkopie hat. 109S3 hat mir prompt eine geschickt. Vielen Dank Stephan, das Dokument war beim TÜV sehr hilfreich.
Ich habe nun einen Termin in Freising beim TÜV ausgemacht. Die Story, was ich da für ein Auto habe und was für Daten etc ich zu dem Auto habe, habe ich natürlich erzählt. Also, Termin um 7:30 beim TÜV, alles kein Problem, jedenfalls telefonisch nicht.
Auto am Vorabend auf den Hänger geladen, die gesamte Literatur ( Handbuch, Werkstatthandbuch, Haynes, Briefkopie, Lichtensteiner Brief etc ) zusammengesammelt und los gings. Auto vor dem TÜV abgeladen und hochmotiviert ins Büro gestürmt.
OK 1 1/2 Stunden später habe ich frustriert das Auto wieder aufgeladen, ohne TÜV. Offizielle Begründung: Meine Blinker haben keine E-Kennzeichnung und das ist ein erheblicher Mangel. Ich sollte doch nach München-Garchng fahren, die können die von mir gelieferten Daten auch überprüfen. Er kann das eh nicht. Grösster Diskussionspunkt waren allerdings die Größe der Nummernschilder. Der Prüfer sah keine Voraussetzung für kleine Nummernschilder und das Landsratsamt akzeptiert das eh nicht. Die Briefkopie von Stephan lies den Prüfer übrigens kalt.
Auf gut Deutsch: Der Mann war total ahnungslos und das reichlich. Bitte liebe TÜV Mitarbeiter: Dies war ein Einzelsschicksal und gilt mit Sicherheit nicht für alle ehrenwerte Prüfer. Ich möchte hier niemanden zu Nahe treten und man kann das sicherlich nicht pauschalisieren.
Übrigens musste ich nichts bezahlen, das war sehr Kundenfreundlich.
Aber aus dieser Erfahrung würde ich jedem empfehlen eine große Prüfstelle mit Erfahrungen für historische Autos zu besuchen.
Sicherheitshalber habe ich noch schnell die Leiterin der Zulassungstelle kontaktiert und die These des kleinen Schildes überprüft. Es stellt sich heraus, dass die von mir angeforderte Größe kein Problem wäre. Super....das war schon mal gut.
Allerdings stellte sich bei der überprüfung meiner Papiere heraus, dass der österreichische Zollbeleg nicht ausreicht. Ich brauche eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Deutschen Zolls. Dort habe ich angerufen, dann den Beleg aus Österreich gefaxt und erfahren, dass es kein Problem ist, die Unbedenklichkeitsbescheinung zu erhalten. Ich muss nur mit dem Auto zur Überprüfung der Fahrgestellnummer vorbeikommen.
Ich versuchte nun also in Garching beim TÜV einen Termin zu bekommen, was mir auch 3 Tage später gelang. In diesem Zusammenhang kann ich ja vorher schnell beim Zoll vorbeifahren.
Also wieder Hänger beladen, Literatur zusammen sammeln und wieder ging es los. Jetzt schnell zum Zoll, die Bestätigung abholen ( kostenfrei ) und weiter zum TÜV. Dort Auto abgeladen und siehe da: Ein sehr sympatischer Prüfer kam und machte erst mal einen Witz, ob Clerance auch da ist und ob er den eintragen muss :).
Die Prüfung war kein Problem und dauerte ca 20 Minuten. Anschliessend ging es ins Büro und dort wurde das Auto datentechnisch erfasst. Hier war die Literatur sehr hilfreich. Also Leute nehmt alles mit was ihr finden könnt, inclusive Briefkopie. Es vereinfacht das Procedere doch erheblich. Ich möchte mich an dieser Stelle für die Kooperation beim TÜV Garching herzlich bedanken.
TÜV und historisches Gutachten erledigt. Jetzt Zulassen. Auf der Zulassungstelle habe ich alles vorgelgt was ich habe und dann war es auch kein Problem und dauerte 10 Minuten. Ihr braucht:
- Doppelkarte der Versicherung
- Ausweis
- KBA Unbedenklichkeitsbescheinigung ( www.kba.de dauert ca 2 Wochen !)
- Zoll Unbedenklichkeitsbescheinigung
- Eigentumsnachweis / Kaufvertrag / ausländischer FZ Brief
- TÜV Gutachten
und schon ist das Auto zugelassen.
Jetzt steht er mit frischen H-Kennzeichen da und wartet, dass das Wetter besser wird. Die erste Ausfahrt letzt Woche, war aber schon richtig geil .....Wahnsinn....
Ich hoffe ich habe Euch mit dem Bericht nicht gelangweilt und möchte sicherheitshalber erklären, dass ich keine Garantie für etwaige Zollsätze etc, übernehmen kann.
Vielleicht hilft die Story auch jemanden, der einen Landy aus der Schweiz oder einem nicht EU Land importieren möchte.
Meldet Euch, wenn ich Euch helfen kann
Gruss
Stefan
Anbei ein Bild von dem Landy Gespann