Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Starke Vibrationen beim Bremsen; kennt jemand das?
ingolandy
21.06.2004, 21:56
Auch wenn sich schon alle auf's Treffen konzentrieren möchte ich eine technische Frage aufwerfen und hoffe auf Eure Erfahrungen.
Wenn ich auf die Bremse trete spüre ich bei höheren Geschwindigkeiten ( so ab 60) starke Vibrationen in der Lenkung und am Bremspedal. Wenn ich noch schneller bin werden diese stärker, wenn ich langsamer bin wird die Lenkung ruhig und das Bremspedal fühlt sich an als wäre es von einer Nockenwelle gesteuert.
Ich glaube diese 'Pumpbewegung' ist syncron mit der Raddrehung, sicher bin ich aber nicht.
Die Bremsbeläge habe ich erneuert ohne Erfolg. Heute habe ich die Bremscheiben ausgebaut und auf einer Drehbank auf Rundlauf kontrolliert. Ich denke die festgestellte Abweichung vom idealen Rundlauf von ca 0,1-0,2 mm ist der Toleranz beim Einspannen zu verdanken. Kurz gesagt, ich glaube die Scheiben sind auch in Ordnung.
Nun steh ich hier ich armer Thor und bin so schlau als wie zuvor. ?(
Hat jemand eine Idee wo ich weitersuchen könnte? Bin für jeden Vorschlag dankbar.
Grüße Ingo
Düssellandy
21.06.2004, 22:05
Hallo Ingo,
hast du mal d. Lenkungsdämpfer kontrolliert?
Und auch mal an vermeintliche Kleinigkeiten denken: Sind d. Räder ausgewuchtet?
Viel Erfolg bei der Suche
HI Faust,
Hast du deine Räder mit einem Schlagschrauber festgezogen?
Das führt auch zu Unwuchtserscheinungen.
Bremsleitungen alle in Ordnung?
Bremskraftverstärker schon auf Fehler kontrolliert?
Grüße Daniel
@ingolandy
habe das gleiche Problem, was für ein BJ ist denn Deiner. Mal sehen ob das Problem nur bei den Jünger ist.
@ChrisDo
wenn ja, dann müsste es bei Dir ja auch so sein. (Du liest das hier doch bestimmt noch)
ingolandy
22.06.2004, 12:22
Hallo,
Kurze Zwischenbilanz:
Ja, Räder sind ausgewuchtet.
Lenkungsdäpfer und Bremskraftverstärker habe ich noch nicht kontrolliert, da könnte ich als nächsten ansetzten.
Einen Schlagschrauber verwende ich nicht.
Wie kann man denn den Bremskraftverstärker prüfen?
Ich habe mich für nächste Woche bei der LR Werkstatt angemeldet. Die haben dann dort ne'n neuen Rollenprüfstand aufgebaut der alle 4 Räder laufen lässt also auch für höhere Geschwindigkeiten funktioniert. Trotzdem habe ich den Ehrgeiz das Problem, mit Eurer Hilfe, selber zu finden, sollte doch möglich sein, oder?
@amarok
mein Discovery II ist von '99 also kein neuerer.
Grüße
Ingo
Hallo,
ich habe dieses Problem an meinem Wagen nicht, jedenfalls nicht dauernd. Ab und zu kommt es bei scharfen abbremsen auf unebenen Untergrund dazu, dass das Phänomen auftaucht. Bei mir liegt das aber zu 100% an dem ABS-Modul, das dann schon anfängt zu regeln.
Im Moment kann ich mir auch keinen Reim draus machen, womit euer Problem zusammenhängt. Evtl ist es eine Defekte Membran im Bremskraftverstärker.
Test Bremskraftverstärker:
Bei abgeschaltetem Motor ein paar Mal das Pedal treten, bis der Pedalweg wesentlich kürzer geworden ist und ein hoher Widerstand vorhanden ist. Jetzt bei getretenem Pedal den Motor zünden, das Pedal muss wieder deutlich nachgeben (nach unten gehen).
Tut es das nicht, ist der Bremskraftverstärker nicht in Ordnung.
Lenkungsdämpfer kann man nicht so einfach testen, kann man nur nach Lecks suchen, bzw, gucken ob er korrekt montiert ist.
MfG,
Christian
ingolandy
24.06.2004, 08:26
Hallo,
den Bremskraftverstärker hab ich getestet, er reagiert so wie es sein soll. Auch am Lenkungsdämpfer habe ich beim Nachsehen nichts feststellen können.
Mal sehen was der freundlichen LR Werkstatt dazu einfällt.
Gruß
Ingo
blacklandy
24.06.2004, 19:07
Vielleicht habe ich es ja überlesen, aber wie sieht es mit dem Auswuchten der Reifen aus?
ingolandy
24.06.2004, 20:06
Hallo,
Ja, die Räder sind vor 3 Monaten ausgewuchtet worden, als ich neue Reifen montiert habe. Das Problem bestand auch schon vorher und ich habe ein wenig gehofft es mit den neuen Reifen zu lösen. War aber nix ;(
Da die Vibrationen aber wirklich nur beim Bremsen auftreten bin ich inzwischen der Meinung einfach neue Scheiben zu montieren.
Hat jemand einen Tip wo man günstig neue Scheiben für die VA bekommt oder kennt jemand einen LR- Wekstattpreis für die Teile und Montage?
Grüße
Ingo
blacklandy
24.06.2004, 21:40
Du hast recht, die Bremsscheiben könnten es sein. Ersatz bekommst Du im Zubehörhandel, schau mal in die Linkdatenbank, da wirst Du fündig.
WernerCoenen
28.06.2004, 19:19
Hallo,
dieses Problem habe ich an meinem Disco 200 TDi auch. Vermutlich sind es die Bremsschreiben. Ich werde die mal abdrehen lassen, kenne eine Werkstatt die macht das in eingebautem Zustand. Die Bremsschreiben sind jetzt fast 2 Jahre drauf und aus dem Zubehör. Könnte an Verschleiß bei unterschiedlicher Materialhärte liegen. Übrigens neue Bremsscheiben kosten so ca. 30 Euro/Stück, also keine zu aufwendigen Reparaturversuche starten.
ingolandy
29.06.2004, 08:37
Hallo Werner,
Ich habe Bremsscheiben bestellt in einer freien Werkstatt. Die rufen 75 € je Stück auf.
Das Abdrehen hab ich auch schon überlegt. Ich könnte das auch selber machen. Ich dachte aber dann, dass die Oberfläche zu rauh bleibt und ein erhöhten Verschleiß an den Belägen auftritt.
Aber Deine Bemerkung über die Werkstatt ist interessant. Wie drehen Die Leute die Scheiben beim abdrehen. Ich kann mir das nur schwer vorstellen, zumal der Ausbau so einfach ist??.
Eventuell habe ich die neuen Scheiben morgen schon drinn, dann berichte ich das Ergebniss.
Viele Grüße
Ingo
markus-christine
29.06.2004, 21:00
hallo ingo,
die scheibe blibt wie du bemerkt hast am auto. nun drehen sichdie drehstähle sich um die eigene achse und der automatische vorschub stösst den drehstahl zum zentrum der nabe hin.
es gibt auch maschinen die die scheibe antreiben. ich hoffe das verständlich erklärt zu haben.
grüsse
ingolandy
30.06.2004, 11:08
Hallo Markus,
das hört sich ja interessant an. Jetzt überleg ich wie das mit der Rückseite der Scheibe funktioniert.
BTW. inzwischen habe ich 2 x einen Satz Scheiben bestellt aber ein online Lieferant und ein lokaler Händler haben die falschen Scheiben bestellt. Jetzt läuft Versuch Nr. 3.
Wenn der auch in die Hose geht denke ich nochmal über abdrehen nach. Das wird dann aber nur eine temporäre Lösung zur Fehlersuche da die Scheiben dabei ja noch dünner werden als sie nach 80tkm schon sind.
Bis bald
Ingo
markus-christine
30.06.2004, 18:43
salü ingo,
ich hoffe du hast nun erfolg mit deiner bestellung. das scheiebendrehen ist so eine sache zum erklären. die maschine ist so konstruiert, dass beidseitig abgedreht werden kann. die 80 tkm die du erwänst, würde ich meinen einen scheibenaustausch ist angesagt. viel erfolg und
grüsse :))
WernerCoenen
01.07.2004, 19:11
Hallo
ja genau wie Markus es erklärt hat funktioniert das, die drehen jedoch mit 2 Drehstählen von beiden Seiten gleichzeitig. Die Scheibe wird dabei angetrieben.
Übrigens, so schnell geht der Ausbau auch nicht. Nach Ausbau der Naben benötigte ich zum Lösen der Bremsscheibe von der Nabe eine 14er Vielzahnnuß und einen Schlagschrauber.
ingolandy
02.07.2004, 23:52
So nun ist es vollbracht.
Das Wichtigste vorneweg, die neuen Brenscheiben lösen das Problem. Das freut mich erst einmal ganz enorm :P.
Die richtigen, neuen Scheiben habe ich beim autorisieren LR Vertagshändler für 95 € das Stück erstanden. In der Disziplin " richtige Bremsscheiben beschaffen" hat damit der Händler die Konkurenz von freier ( LR ) Werkstatt und Versandhandel klar geschlagen. Dort gabs nur die falschen Scheiben und die richtigen sollten dann 125€ kosten.
Der Austausch ist übrigens kein Problem! Räder runter, 2 Schrauben mit besagtem 19'er ( bei mir ist es kein 14'er) Vielzahnsteckschlüssel raus und eine Kreuzschlitzschraube, Scheiben tauschen und alles wieder zusammenschrauben. Die Schrauben am Bremssattel benötigen beim Einbau aber 175 Nm Anzugsmoment. Das geht nur mit einem langen Drehmoment Schlüssel oder Schlagschrauber.
Ich bin noch nicht sicher wie ich das Messergebniss der alten Scheiben bewerten soll. Eigentlich sollten die auch ok sein. Hoffentlich ist der Erfolg von Dauer. Darüber denke ich aber erst wieder nach wenn das Problem wieder auftritt.
Viele Grüße
Ingo
Original von ingolandy
zusammenschrauben. Die Schrauben am Bremssattel benötigen beim Einbau aber 175 Nm Anzugsmoment. Das geht nur mit einem langen Drehmoment Schlüssel oder Schlagschrauber.
Hi Ingo,
ich hoffe doch mal für dich, dass du die Schrauben mit Drehmoment Schlüssel angezogen hast!?
Schlagschrauber ist für sowas überhaupt nicht zu gebrauchen, der haut dir die Schrauben kaputt und sorgt für die nächste Unwuchtserscheinung. Da würde ich aufpassen!
MfG,
Christian
ingolandy
30.07.2004, 14:57
Nun treten doch meine Befürchtugen ein. Die neuen Bremsscheiben haben das Problem nicht gelöst sondern nur die Symtome verringert. Nach einigen 100 Km ist wieder dieses ' Pumpen' am Pedal zu spüren. Die Lenkung wird allerdings noch nicht beeinflusst. Ich denke das ist aber nur eine Frage der Zeit.
Nun ist guter Rat wirklich teuer. ?(
Mal sehen was ich noch herausfinde.
Ingo
blacklandy
30.07.2004, 22:38
Bremsscheiben und- Klötze sollten Erstausrusterqualität sein.
Mit Nachbauten kann es zu den unterschiedlichsten Erscheinungen kommen (quitschen usw,).
Bist Du da 100% sicher die Erstausrusterqualität verbaut zu haben?
ingolandy
31.07.2004, 23:13
Hallo Mathias,
bei der Qualität der Teile bin ich 100% sicher.
Ich denke jetzt das Problem kann nur am Radträger liegen. Dort befinden sich jede ein oberes und ein unteres Kugelgelenk das den Achsschkel führt. Dort könnte das Problem liegen. Oder direkt am Radlager. Warum ich dann aber nur beim Bremsen einen Effekt bemerke ist eher seltsam. Ich würde dann schon Einflüsse auf die Lenkung beim normalen Fahren erwarten. Es sei denn diese werden durch die Funktion des Lenkungsdämpfers wirkungsvoll unterdrückt ?(
Und warum sich der Effekt mit den Neuteilen (Scheiben und Beläge ) so verbessert hat verstehe ich auch nicht. Mir wird wohl nicht viel mehr übrig bleiben als die Sache abzuschrauben und nachzusehen.
Kann man eigentlich den Lenkungsdämpfer abschrauben und ohne das Teil gefahrlos eine Testfahrt machen? Das würde ich mal vorsichtig versuchen es sei denn jemand rät mir dringend davon ab.
Ingo
blacklandy
31.07.2004, 23:31
Hallo Ingo,
die Ursache das muss doch zu finden sein X(
Noch eine Idee: Schau mal ob die Befestigung des Panhardstabs lose sind, den kannst Du vorübergehend gefahrlos auch mal ganz herausnehmen.
Lenkungsdämpfer ausbauen ist nicht ungefährlich, fahre dann sehr vorsichtig und nicht so schnell.
ingolandy
05.08.2004, 22:04
Ich habe jetzt den Test ohne Lenkungsdäpfer gemacht. Gefahren bin ich nur auf der Straße, nicht offroad und max 80 km/h.
Am Fahverhalten konnte ich keine Veränderung feststellen, weder in der Lenkung im Allgemeinen noch bei den Vibrationen beim Bremsen.
Andere lose Befestigungen konnte ich auch nicht finden z.B. Panhardstab.
Ich lasse die Sache auf sich beruhen und wenn das Problem stärker wird nehme ich die Suche wieder auf.
Eventuell finde ich ja in der Zwischenzeit Informationen dazu.
Viele Grüsse
Ingo
ingolandy
14.06.2005, 15:08
Das Problem ist gelöst!!!!!!! :D :D :D
Ich hatte tief im Inneren schon aufgegeben, weil mir der Aufwand mit jede Menge neuer Fahrwerksteile zu hoch erschien. Jedoch bei meiner 80.000 km Inspektion hat man mir gesagt " Das sind die Bremsscheiben hinten, die sind total verrostet " . Völlig ungläubig, weil von aussen nichts zu erkennen war, habe ich diese abgeschraubt und das ganze Elend kam ans Licht. Auf der Innenseite beider Scheiben hatte sich eine Oxidschicht abgesetzt. Diese war zu hart um von den Belägen abgeschliffen zu werden und verursachte das "Pumpen im Bremspedal". ---- Das wars!!-- Ich habe dann die Scheiben mit einem Diamantwerkzeug abgedreht, normales Hartmetall ging nicht weil die Schicht zu hart war. Nun ist alles wieder bestens.
Hat jemand so etwas ?( schon mal erlebt?
Übrigens die Inspektion für 400 € incl. aller Materialien ( Filter,Öl..) war auch sonst ein Erfolg. Das ist ein guter Grund für Gute Laune! =)
Allzeit gute Fahrt!
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