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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ventilschaft abdichten


Schlafmuetze
11.06.2009, 10:09
Hallo,

ich hab hier gelesen, dass es wohl generell möglich ist die Ventilschaftabdichtungen im eingebauten Zustand zu erneuern - kann mir hier jemand mal erklären wie das gehen soll ? Muss ich da den Zylinder unter Druckluft setzen um das Ventil vom Absturz in den Brennraum abzuhalten ?

Alternativ : wie lange braucht man denn so als mäßig Geübter um einen Kopf runter zu reißen und wieder drauf zu machen ?

Grüße,


Harry

Stephan2703
11.06.2009, 10:35
Hi,

Zylinderkopf abnehmen ist nicht so kompliziert. Du brauchst einen Drehmomentschlüssel und eine neue ZK-Dichtung.
Den Auspuffkrümmer kannst du dranlassen, nur die 3 Schrauben zum Rohr abnehmen. Vergaser muss ab.
Das schwerste ist, den Kopf abzuheben. Ich habe das mit Holzbrettern und Balken gelöst. Der Kopf wiegt geschätzte 30 kg. Mit langem Arm ist das zuviel. Beim Einbau ist das besonders hart da ja kein Schmutz mit rein soll. Geht aber auch.
Zeitaufwand:
ein Nachmittag für den schnellen Schrauber und 2 Nachmittage für den gemütlichen. Ich habs in 3 Tagen gemacht.:p

Bilder gibts z.B. hier:
http://www.blacklandy.de/blboard/forum/showthread.php?t=2285&highlight=Zylinderkopfdichtung

und hier:
http://www.blacklandy.de/blboard/forum/showthread.php?t=2290&highlight=Zylinderkopfdichtung

Gruß,
Stephan

PS: 4 Zylinder Motor

Birger
11.06.2009, 10:47
Moin,

Räusper.
4 Zylinder oder six-pot?
six-pot: Nix Auspuffkrümmer demontieren, nix Vergaser abbauen. Anschlüße und Ölleitung ab, Ventrildeckel weg und raus das Ding.

Happy rovering - Birger

Schlafmuetze
11.06.2009, 11:27
Jaja - Entschuldigung,

2,25 Benziner, 3fach gelagert - Verdichtung hab ich mir nicht gemerkt, hat er aber :-)

Grüsse,


Harry

gkuehn
11.06.2009, 13:53
Schreib das mal in Dein Profil.

Grüße, Guido

26kanal
11.06.2009, 16:53
Zurueck zur eigentlichen Frage:
Im WHB ist dafuer so ein Hebelwerk abgebildet, der das Ventil hoch haelt (eigentlich zum Federausbau). So etwas gibt es - universal - in Korea-/Taiwan-/China-Qualitaet in x Ausfuehrungen. die das angeblich auch durch die Zuendkerzenbohrungen koennen sollen (oder habe ich da was voellig falsch verstanden???). Hat jemand da schon mal Erfahrungen sammeln koennen, welches Teil zumindest bei unseren Benzinern funktioniert?

Gruss
V.

Probe
11.06.2009, 20:17
Ventilschaft ohne Kopfabbau ist eigentlich relativ einfach.
1. Alle Kerzen raus.
Ventildeckel runter und Kipphebelwelle ausbauen.
2. 1 zyinder auf Ot stellen und Handbremse anziehen und Gang rein, daß der Motor nicht weiter drehen kann.
3. Alte Kerze den Isolator abknacken und Ausbohren, so das nur die Metallhülse übrig bleibt. Gewinde reinschneiden und einen Anschlussnippel gerade ( Baumarkt) für den Kompressorschlauchanschluss reindrehen.
4. Den Adapter in das Kerzenloch eindrehehn und vollen Luftdruck vom Kompressor drauf geben.
5. am ersten Ventil des 1.Zylinder eine 13 mm Nuss nehmen, mittig über das Ventil stülpen und mit einen Schonhammer( Hartplastikhammer ) einen schlag auf die Nuss bis die Klemmkeile rauskommen. Vorsicht die Klemkeile liegen dann lose auf dem Teller, nicht fallen lassen. Dann kannst du die Ventilfeder abnehmen und die alte Dichtung vorsichtig abziehen ( gebogen Spitzzange wo die Spitzen mit Isolierband umwickelt sind). Die Führung saumber machen mit nem Lappen und mit frischem Öl einschmieren.
6. neue Dichtung aufsetzen und draufdrücken bis sie fühlbar einrastet. ( darauf achten das die Metallfeder am Dichtring richtig sitzt.)
8. Ventilfedern wieder aufsetzen.
9. jetzt kommt der Knackpunkt : geht nur mit zwei Mann. Zwei Hammerstiele oder besser stück hartholz ws unten wie eine Gabel ausgesägt wurde, so das die Klemmkeile von der Siete eingeführt werden können, nehmen und die Feder runterdrücken so das der zweite Mann die Klemmkeile einsetzen kann. darauf achten das beide Klemmkeile richtig einrasten und sitzen dann erst die Feder entlasten.
10. das zweite Ventil am 1. Zylinder genau so.
11. Motor wieterdrehen bis 2. Zylinder auf Ot und Kerzenadapter reindrehen Druckluft drauf und wie zuvor.

das an allen Ventilen. danach gemäss Handbuch wieder die Kipphebelwelle rein anziehen nach V>orgabe und Ventile einstellen.

Das ganze hat bei meinem Diesel ca einen Vormittag mit Bierchen gedauert.

Das ganze hat den Vorteil mann merkt nebenbei ob die Ventile richtig schliessen und ob eventuell der Druck durch die Kopfdischtung in den nächsten Zylinder bläst ( kommt am nachbar Zylinder Luft aus der Kerzenbohrung muss der Kopf doch runter). Leichtes Zischen durch den Auslass im kalten Zustand ist meistens noch vertretbar.
wichtig ist halt das die Klemmkeile nicht wegfliegen. und zum Zusammendrücken der Feder geht am besten ein Stük Hartholz was mann unten aussägt so das eine Gabel entsteht wo mann von den Seiten dann die Klemmkeile wieder einführen kann.

Viel Spaß und gutes gelingen
Probe

gkuehn
11.06.2009, 20:37
Sehr schöne DIY Anleitung, ich habe sie gleich in den Technikbereich kopiert.

Grüße, Guido