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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : neue zylinderkofdichtung


apple-freak
05.12.2005, 15:09
hallo zusammen,

da mein landy noch im schönen bayern weilt, hab ich nun begonnen mir gedanke über die Instandsetzung der ZKD zu machen.
noch bleibt mir nur die diagnose aufgrund von berichten, aber ich will sofort starten, wenn der wagen nächste woche kommt.

daher:

gibt es besondere pferdefüsse zu beachten beim abbau des zylinderkopfes, irgendwelche gefahrenpotentiale für den kopf?.
ich habe vor, den kopf sicherheitshalber neu planen zu lassen, ist dies sinnvoll oder nicht?

gibt es besondere stellen beim kopf die man auf risse o. ä. untersuchen muss?

mir steht beim wechseln der zylinderkopfdichtung zwar zeitweise ein profischrauber zur verfügung, der allerdings über 0 erfahrung mit landymotoren verfügt.

gibt es spezialwerkzeug, dass man unbedingt braucht und welche ich noch besorgen muss?

jeder tipp ist willkommen


gruß stephan

p.s. werkstatthandbuch vorhanden, lesen kann ich auch, aber erfahrungen von leuten die es schon gemacht haben, sind durch nichts zu ersetzen =)

Stephan2703
05.12.2005, 17:30
Hi Stephan,

ich habe das gerade im Sommer hinter mir. Meine ZKD ist auf dem Weg nach Schweden durchgebrannt, zwischen 3. und 4. Zylinder.

Ist eine relativ einfache Arbeit. Außer Drehmomentschlüssel brauchst Du nichts Spezielles. Wasser ablassen.
Krümmer und Vergaser kannst Du dran lassen. Nur den Auspuff lösen.
Dann die Schläuche lösen, den Gashebel aushängen, und den Chokezug ab machen. Zündkerzen rausschrauben,
Ventildeckel abnehmen, Kiphebelwelle und Stößel ausbauen, der Reihe nach ablegen, und Kopfschrauben entfernen.
Man kann, wenn man es sehr vorsichtig angehen lassen will, die Kopfschrauben mit dem Drehmomentschlüssel in 2 Stufe lösen, um Verspannungen zu vermeiden.

Dann den Kopf abheben. Ich bin dazu in den Motorraum geklettert, einen Fuß auf dem Rahmen, den anderen auf dem Kotflügel. Dann den kopf aus dem Rücken raus nach oben und auf dem Kotflügel abgesetzt. Da lagen Balken und Bretter zur Kraftverteilung bereit.

Dann den Kopf auf eine Werkbank und die Flächen reinigen.

Geplant habe ich nicht. Kann man machen, kostet aber wieder extra und dauert.
ZKD habe ich von Paddock (http://www.paddockspares.com/shop/system/index.html). Hab mir gleich den kompletten Dichtungssatz bestellt. Kostet ein paar Euro. Mußt mal sehen welche zu Deinem Motor gehört. Unter "engine" findest Du weiter unten "Gasket Set"

Das Set bietet sich an. Ich habe gleich noch die Dichtungen um den Thermostaten alle ersetzt und alles gereinigt.


Gruß,
Stephan

Katreiber
05.12.2005, 18:04
Stephans (2703) Ausführungen ist im Prinzip nichts hinzuzufügen. Ich möchte nur noch erwähnen, dass man die Kopfschrauben von aussen nach innen löst und von innen nach aussen anzieht und das auf 2mal, also im ersten Durchgang mit rd. 50 % des Endanzugmoments, im 2ten dann voll. Anzugsmomente stehen im WHB. Erwähnenswert und wichtig ist vielleicht auch noch die Tatsache, dass man die neue ZKD beidseitig mit neuem Motorenöl einstreichen muß und nach rund 100 KM nachziehen. Beides vergisst man gern :D

Stefan (ohne ph, dafür mit f :D)

apple-freak
05.12.2005, 19:04
bisher ein reines stefan/stephan thema :D

im werkstatthandbuch steht, dass man die dichtung mit hylomar dichtmasse zusätzlich einstreichen sollte. widerspricht das nicht dem einstreichen mit motoröl?

was für arbeite bieten sich den noch an, wenn man einmal den kopf runter hat?


gruß stephan

109S3
05.12.2005, 19:10
Na dann darf ich ja auch mitmachen.... :D :D :D :D

Ist das eine "Papierdichtung" ??

Mir wurde mal erklärt, man solle diese nicht mit Dichtungsmassse einstreichen, du könntest den gegenteiligen Effekt erzielen!!

Ich würde entweder Dichtungsmasse oder Dichtung nehmen, denn ob Doppelgemoppelt besser ist ?( ?(

109S3

Stephan2703
05.12.2005, 19:33
Hi,

eine ZKD ist aus einem Metall mit Kupferanteil. Keine Ahnung welche Mischung das genau ist. Die ist mehrlagig, am Rand gefalzt und mit vielen unterschiedlich großen Bohrungen. Siehe hier:Zylinderkopfdichtung erneuern (http://www.blacklandy.de/wbb2/thread.php?threadid=3647&hilightuser=272)

Ich würde sie nicht zusätzlich mit Dichtmasse einschmieren. Ist nicht vorgesehen und wer weis was das Zeug im Laufe der Jahre so macht.
Motoröl einschmieren ist klar, hatte ich oben vergessn.

Wenn der Kopf runter ist, sieht man gleich ob die Ventile ok sind oder ob da Rückstände und Krusten sind. Und man sieht die Kolbenflächen. Beim bewegen der Kolben erkennt man, ob die Zylinderwände sauber und riefenfrei sind. Man kann auch hervorragend den OT einstellen, falls man am Zündzeitpunkt was einstellen möchte.

Thermostat kann man prüfen und alles mal reinigen, macht kaum arbeit.

Mehr fällt mir grade nicht ein.

Gruß,
Stephan

landybe
05.12.2005, 19:57
hi.
wäre mir ebenfalls fremd die kopfdichtung noch mit einer masse zu beschmieren. hätte wahrscheinlich den gegenteiligen effekt von dicht!
also hab noch mal bei mir in der HAYNES - reparaturanleitung nachgesehen und da steht ausdrücklich: "do not use any joint compound", (also jegliche dichtungsmassen weglassen!)
sonst , ja überhaupt keine hexerei die dichtung zu wechseln, wenn alles halbwegs überlegt zerlegt , gereinigt und in richtiger reihenfolge wieder zusammenbaut wird! (achtung: stössel für die ventilsteuerung beschriften beim herausziehen: einfach durch einen papkarton stossen und eine nummer dazu schreiben). ventilspiel neu einstellen und später (nach100-200km) mit demnachziehen der kopfschrauben nachkontrollieren.

mfg.
landybe.

apple-freak
05.12.2005, 20:09
also mit öl einstreichen hat doch eigentlich den sinn das die dichtung quillt.
da aber die zkd aus kupfer ist, sollte sie nicht quellen :]



auf seite 12-17 des S3 WHB steht:
20. ZKD beidseitig leicht mit hylomar PL 32/M dichtmasse bestreichen.

das macht mich nu doch stutzig.

vielleicht sollten sich auch "nicht stephan/stefan´s" beteidigen :D

was sagt denn die guido oder volker fraktion??? 8)

namendliche grüße
stephan

gkuehn
06.12.2005, 01:38
Die "Guido-Fraktion" sagt nix, weil ich das noch nicht hatte, kommt aber bestimmt noch, dann sag ich auch was konkretes :D

Bis dahin sage ich: eine Blechdichtung einzuölen ist mir nicht einleuchtend, eine Papierdichtung mit Dichtmasse zu bestreichen auch nicht so richtig. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube es gibt verschiedene Sorten von Dichtungen. Das würde den Widerspruch zwischen Haynes und WHB erklären.

Grüße, Guido

Stephan2703
06.12.2005, 06:33
Hi,

das Einstreichen mit Öl nicht überbewerten. Auch ohne Öl würdest Du das dicht kriegen. Mit Öl setzt sich die Dichtung leichter. Das spielt sich aber im Microbereich ab. Ein gewisser Korrisionsschutz für die Fläche ist auch da und Öl dichtet zusätzlich, aber auch wieder im Microbereich.

Aber Dichtungsmasse trägt auf. Ich habe hier ein Silikon das laut Anleitung auch für Zylinderköpfe geeignet ist. Das würde ich aber nur benutzen wenn ich in der Sahara eine Notoperation durchführen müßte. Bei einer neuen Dichtung ist das überflüssig.

Zylinderkopfdichtungen sind bei Wassergekühlten Motoren nie aus Papier. Wasser würde da rein ziehen. Mein Käfer (Luftgekühlt) hatte Papierdichtungen. Aber das ist ein ganz anderes System.

Gruß,
Stephan

xela01
06.12.2005, 09:22
Also in meiner S3 Reparaturanleitung steht:
Zylinderblock und Zylinderkopfdichtung mit sauberem Motoröl bestreichen.


Gruß
Alex

apple-freak
06.12.2005, 09:25
hallo axel,

muss sagen, ich hab den teil über die zkd beim diesel zitiert.
hab´s whb gerade nicht zur hand um zu schauen was bei mir bezüglich
benziner steht. könnte sein, dass es dieshalb unterschiede gibt.

aber merkwürdig finde ich beides öl und dichtmasse =)


gruß stephan

xela01
06.12.2005, 11:34
Ups - Mein Fehler - Habe beim Benziner nachgesehen - Sorry :(

Alex

Katreiber
06.12.2005, 13:11
Also jetzt mal Werkstatthandbuch hin oder her, ich denke wir wissen alle, dass da manchmal auch Blödsinn drinsteht. Dennoch. Meine, und ich denke auch die meisten der in diesem Fred gemachten Angaben beziehen sich auf den Benziner. Warum das beim Diesel anders sein sollte ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich habe meine Kopfdichtung montiert wie beschrieben und habe bisher keinerlei negative Feststellungen treffen können.

Zum Thema Hylomar: Hylomar ist eine Dichtmasse die sich vorzüglich eignet um Ölwannen, Wasserpumpen und dergleichen in Verbindung mit Papierdichtungen zu montieren, da durch den relativ dicken Auftrag und die zähe Konsistenz kleine Unebenheiten "überbrückt" werden. Bei einer Zylinderkopfdichtung ist das a) nicht notwendig und b) wenn es notwendig wäre würde es die entstehenden Drücke auch nicht aushalten. Mal abgesehen davon, dass ich mir das Einstreichen einer ZKD mit Hylomar als ganz schöne Schmiererei vorstelle. Man kann dann auch nicht verhindern, dass die Dichtmasse beim Zusammenschrauben der Dichtflächen in die kleinen Kühlwasserbohrungen gelangt und diese verstopft. Dann wirds erst richtig lustig.

Mein persönlicher, unmaßgeblicher Rat, Stephan: Bau den Kopf erst mal ab und schau nach was los ist. Vielleicht ist ja aufgrund deiner Beschreibung auch ein Zylinder gerissen (glaub ich zwar nicht, ist aber möglich). Leg eine Planschiene auf deinen Kopf (nein, nicht auf deinen, auf den deiner Möhre :D) und prüfe, ob er das planen braucht. Nimm eine originale ZKD aus dem Kupferzeugs, schmier sie mit Öl ein und bau Sie drauf.

Stefan

26kanal
06.12.2005, 22:36
@applefreak
Ein paar Anmerkungen, was mir wichtig waere.
Pruefe unbedingt, ob der Kopf plan ist, ggf. muss der halt geplant werden. Dann wuerde ich versuchen, Antworten zu finden auf die Frage, warum die Zylinderkopfdichtung ueberhaupt durchgepfiffen ist. Die Ursache wollte ich unbedingt abstellen, damit ich die Arbeit nicht wiederholen muesste. Ich sage es mal bewusst etwas deutlicher: Die Zylinderkopfdichtung haelt bei einem korrekt gewarteten Auto ein ganzes Autoleben lang. Das ist kein Verschleissteil. Auch bei diesen unseren englischen Autos. Sie ist in so fern nicht zu vergleichen mit anderen Dichtungen, die uns immer wieder beschaeftigen ;)
Das erscheint mir das Wichtigste, kann ganz schoen in die Tiefe gehen, frustrierend werden, teuer werden. Dann hattest Du schon eine Verbindung von Oelkreislauf zum Kuehlkwasser, und der Oeldruck war weg. Bei einem Diesel (und seinen Verbrennungsdruecken) denke ich da sofort an die Kurbelwellen- und Pleuellager.

Toi toi toi und Gruss
Volker

Ste Bar
07.12.2005, 09:18
Hi Leute =), nirgends steht etwas vom Ventile einstellen nach dem ZKD Wechsel 8o. Das muss man aber unbedingt machen den der Motor hat eine untenliegende Nockenwelle. Bei den Kupferdichtungen wurde soweit ich weiss nie Dichtmasse verwendet weil diese Unebenheiten besser ausgleichen. Manche Hersteller lassen einem sogar die Wahl über das Material der Dichtung aus diesem Grund.

Zieh nach etwa 500 km die Zyl.kopfschrauben nach sonst wird das ganze bald wieder undicht. Die Dichtung setzt sich und die Schrauben können sich nicht setzten da es keine Dehnschrauben sind.

Die ganze Ölkohle von den Kolbenböden und Ventile solltest du auch entfernen.

Grüsse STE BAR