Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Silikonbremsflüssigkeit?
Hallo Leute,
ich heiße Markus (siehe Vorstellung Mitglieder neu) und ich bin gerade dabei meine Bremsanlage meiner Serie III, 88 zu servieren. Alle Bremsbacken neu, vorne neue Radbremszylinder und nen neuen HBZ. Nun bin ich am Überlegen, ob ich auf Silikonbremsflüssigkeit (zB. Mike Sanders) wechseln soll. Laut Beschreibung sollte damit das Korrosionsproblem der Leitungen und das Undicht werden der Dichtungen für alle Zeiten erledigt sein. Was haltet Ihr davon, bzw. hat vielleicht schon jemand Erfahrungen damit?
Schönen Abend noch
BeneMax
Ist ganz einfach:
Silikonbremsflüssigkeit nimmt kein Wasser auf. Daher verändert sich sich das Bremsverhalten mehr oder weniger schlagartig von geht auf geht nicht. Im Gegensatz hierzu nimmt die normale Bremsflüssigkeit die Feuchtigkeit auf und bindet diese. Das Rostargument ist hinfällig, wenn man bedenkt, dass jede Bremse Wasser aufnimmt, durch Beschädigungen, durch die normale Entlüftung und durch die Gummis der Kappen und Schläuche. Wenn die Flüssigkeit das Wasser nicht bindet flottiert es in Reinform im System und greift dieses weitaus schneller als in gebundener Form an. Da Silikonöl leichter als Wasser ist, also unten. Ergo bremst Du unten irgendwann nur noch mit Wasser. Schlecht. Silikonbremsflüssigkeit wird auf Grund seines Ansprechverhaltens dennoch gerne benutzt - bei Rennwagen, wo es nach dem Rennen ausgetauscht wird. Im übrigen hat die Flüssigkeit wegen der beschriebenen Eigenschaften keine ABE. Kurzum: taugt nicht für Landys und Du verlierts die Zulassung.
Grüße, Guido
Ach ja und mischen sollte man die beiden Flüssigkeiten auf keinen Fall, auch nicht ein bisschen. Also kommt der Einsatz von Silikon eigentlich nur bei Komplettaustausch der gummihaltigen Teile der Anlage in Frage.
Grüße, Guido
Wow,
das war ne schnelle Antwort! Klingt alles recht plausibel für mich. Ich hoffe, dass ich nach dem Tausch der Teile zumindest bei den Bremsen für ein Zeiterl Ruhe habe (außer Nachstellen natürlich). Werde den HBZ nun auch tauschen, da es beim Entlüften mit einem Bar schon aus der Verschweißnut des Vorratsbehälters gespritzt hat.
Warte noch auf die restlichen Teile, bevor ich es an gehe. Werde wohl bei normaler Bremsflüssigkeit bleiben.
Danke
BeneMax
land-rover109
28.10.2008, 00:02
Werde wohl bei normaler Bremsflüssigkeit bleiben.
Danke
BeneMax
...und diese öfters mal gewechselt. Kaum Aufwand/Kosten, erspart dir aber dein jetziges tun.
Gruß
Roland
...ich bin auch bei der normalen dot 3 -4 geblieben. Aber das dot 5 (silikon) ist immer noch ein mysterium.......auf einer seite war es extra fuer oldtimer geratet worden, und aud der anderen wird davon abgeraten (mit guten argumenten wie die von Guido wegen dem wasser.)
Meines wissen ist es in auftrag von der us armee gemacht worden zum ihren dazumals meistens fuer lange zeit stillgestandnenen fahrzeug park zu befuellen....wenn jemand mehr weiss oder genaueres...
@ benemax . man sollte auch nur 0,5-0,7 bar nehmen um die bremsen zu entlüften.
klar , dass dir bei einem bar , die bremsflüssigkeit irgendwo rausrinnt.
h
Stephan2703
28.10.2008, 07:21
Hi,
da es auch noch die Kuplungshydraulik gibt wäre ein zweigleisiges System gefährlich. Schnell füllt man was in den falschen Behälter und dann ist Schluß. Die Silikonbremsflüssigkeit soll angeblich zu Gelee werden wenn sie mit DOT4 gemischt wird.
Allerdings füllt mein örtlicher Oldtimer-Restaurator bei Totalrestauration nur noch DOT5 ein. Er schwört drauf.
Ich bin lieber bei DOT 4 geblieben. DOT 3 ist kaum noch zu bekommen.
Gruß,
Stephan
Aber das dot 5 (silikon) ist immer noch ein mysterium.......auf einer seite war es extra fuer oldtimer geratet worden,
Das liegt daran, dass silikon freundlicher zu den Gummiteilen ist. Dot 3/5 greift die Gummiteile an.
Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Ich zitiere mal die Wartungsanleitung der Serie zum Thema Bremsen:
Monatlich
Bremsölstand kontrollieren, bei jedem Bremsölverlust das gesamte System überprüfen
Alle 3 Monate
Arbeitsweise der betriebsbremse prüfen und einstellen
Hydraulikleitungen von Bremse und Kupplung visuell auf Korrosion und Scheuerstellen überprüfen.
Handbremse prüfen und nachstellen
Zusätzlich alle 6 Monate
Handbremsgestänge schmieren
Bremsbeläge und Trommeln überprüfen
Alle 18 Monate
Bremsöl komplett ablassen und neu auffüllen.
Bei Geländeeinsatz sind die Wartungsintervalle entsprechend zu kürzen.
Liebe Grüße, Guido
@ benemax . man sollte auch nur 0,5-0,7 bar nehmen um die bremsen zu entlüften.
klar , dass dir bei einem bar , die bremsflüssigkeit irgendwo rausrinnt.
h
Danke für den Tipp. Da hab ich zu viel aufgedreht. Meine Kollegen arbeiten bei der Bremsenentlüftung mit 1 - 2 bar. Muss gestehen, dass das aber bei Neuwagen ist, wenn die Ventile für unsere Bremsversuche einbauen. Deswegen kam ich auf 1 bar.
Grüße BeneMax
@ Horst: verstehe, daß man nicht zuviel Druck beim Entlüften anbringen sollte. Aber etwas verstehe ich da nicht: es wird doch beim Bremsen im System Druck aufgebaut - wie hoch ist denn der, wenn man für Entlüften weniger als 1 bar nehmen muß damit's nirgendwo rausspritzt? Ich kann mir die Größenordnung da nicht recht vorstellen...
Danke
Dom
Danke Guido, für die Super Wartungs- Liste.
Die Bremsen sind ja nicht ganz unwichtig :).
Hab mir gestern eine Garage von einem Freund organisiert in der ich über den Winter mal einiges serviere und abdichte.
Grüße BeneMax
@ Horst: verstehe, daß man nicht zuviel Druck beim Entlüften anbringen sollte. Aber etwas verstehe ich da nicht: es wird doch beim Bremsen im System Druck aufgebaut - wie hoch ist denn der, wenn man für Entlüften weniger als 1 bar nehmen muß damit's nirgendwo rausspritzt? Ich kann mir die Größenordnung da nicht recht vorstellen...
Der Druck im Bremssystem ist sicher höher als 1 Bar.
Beim Entlüften gibt man aber Druck auf den Vorratsbehälter bei geöffnetem System!
Der Vorratsbehälter ist im Betrieb sonst aber drucklos, da der Arbeitsdruck erst hinter dem
HBZ auftritt... deswegen sifft der Behälter bei Überdruck beim Entlüften am Anschluss für
den HBZ.
Übrigens müssen wir hier bezüglich der Bremsflüssigkeit noch differenziert zwischen
DOT 5 und DOT 5.1 unterscheiden.
DOT 5 ist auf silikonbasis und hat keine Freigabe zur Benutzung im öff. Straßenverkehr.
DOT 5.1 ist die Weiterentwicklung von DOT 4, auf Polyglykol-Basis und sehr wohl zugelassen.
DOT 5.1 hat einen höheren Siedepunkt wie DOT 4 und bindet Wasser besser.
Eindringendes Wasser wird normalerweise bis zu einem gewissen Grad von der
Bremsflüssigkeit 'gebunden', erst wenn diese übersättigt ist, kommt es zu solchen
Bildern wie bei Guido.
Meine Bremsen kommen eh komplett neu,
das heisst KuNiFer- Bremsleitungen (rostfrei), Stahlflexleitungen und DOT 5.1,
damit sollte die nächsten 10 Jahre das Thema Bremsen erstmal erledigt sein
(bis auf Belagwechsel).
M.
Danke Maik, ist kapiert.
Dom
Übrigens wird hier http://auw.form.at/_doks/1100/2529.pdf
von einem Arbeitsdruck bei einem modernen ABS-System von 140-180 Bar gesprochen... :eek:
Ich hätte für eine normale fußbetätigte Bremse ohne BKV mal so zwischen 5-10 Bar getippt.
M.
Marian Walter
28.10.2008, 10:15
moin,
wechselt man die bf und das öfter in der altbewährten pumptechnik, nimmt das den hbz in mitleidenschaft. wenn man das alle jahr machen möchte, besser ohne pumpen mit bremsentlüftungsgerät.
zum gruße
...alles sehr interessant. Aber ich denke (generell) dass zu viel information nicht immer hilft etwas besser zu verstehen....(ein biscchen änlich wie wenn mann vor den wahlen die dafür und dagegen prospekte durchliest..)
Nehmen wir die dot 3- 4 odr 5.1 frage. Auf dem web (wo sich ja einer der nicht spezialist ist umsieht) kann mann seiten finden wo mann "seriös" ratet dot 3 (nicht mehr überall zu bekommen) zu nehmen weil es weniger agressiv ist fuer die gummi teile.
Dann gibt es andere seiten wo mann genau das gegenteil behauptet.
Fèr die silikon fl. (dot 5) gilt dass gleiche : wer es als ein muss sieht....und wer absolut davon abratet.
Jetzt kann ja nicht jeder persoenliche 10 jahre tests machen... auf jemanden muss mann sich ja vetrauen koennen.
Ich persoenlich mache es so(wie die meisten)und wie es uebrigens auf dem kupplungs und brems behälter deckelchen steht : use only dot 3- 4 liquid. :-)
Hallo Philip,
Ich werde es wohl auch so weiterführen mit Dot 4. Hab nur mal kurz überlegt, da ich vieles neu mache bei meinen Bremsen und sich das auf den Seiten für die Silikonbremsflüssigkeit ja ganz gut anhört.
Ist ganz gut verschiedene Meinungen einzuholen, entscheiden muss dann eh jeder für sich.
Schönen Arbeitstag
BeneMax
Generell gilt mindestens die Herstellerempfehlung.
Dot 3 kann allerdings dann mit Dot 4 (nach Austausch aller Gummiteile im System) oder 5.1
ersetzt werden (niemals mischen).
Die Vorteile sind: höherer Siedepunkt, verbesserte Bindung von Wasser und damit
längere Rostvorsorge.
Kann man alles auch hier nachlesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bremsfl%C3%BCssigkeit
Gerade den Höheren Siedepunkt merkt man bei längerer Bergabfahrt: ein paar Grad
Differenz machen da den Unterschied zwischen fallendem Bremspedal und der letzten
noch möglichen Bremsung aus...
Ich hatte schon Fälle, wo das System mit älterer BF bergab zum Kochen geraten ist. Ist ein relativ
ungutes Gefühl bei einem Kleinwagen. Mit 2 Tonnen unter'm Hintern wollte ich das eigentlich
nicht haben, zumal man in der Serie ja eh nur 1-Kreis ohne Bremskraftverstärkung hat.
M.
....ja ,und wenn steht 3 oder 4 kann man also mischen .
Beim bergab fahren ist es logischerweise wichtig dass alles in ordnung ist, aber genauso wichtig ist es die motorbremse zu gebrauchen wo immer moeglich. Ich kann oefters beobachten wie leute die ganze bergabfahrt mit dem fuss auf der bremse machen!...:-0...wenn das jemand macht mit scheiben bremsen ist es egfahrlich aber mit 4 trommelbremsen ist es wirklich zu lassen.
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