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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Reinfall mit Bio-Sprit


DSW
06.07.2005, 16:01
Hallo,

....ohne weitere Worte:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,363989,00.html

Zu diesem Thema kann man sich dann seine eigenen Gedanken machen. Das Ergebnis habe ich eigentlich erwartet. Habe dazu aber noch nie Zahlenmaterial gefunden. Dass es so grass ist, habe ich nicht erwartet!

Gruß/DSW (Stefan)

JuLi
06.07.2005, 19:21
Da zitiere ich doch gern Sir Winston Churchill: Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe.
Denn in dem Bericht wird doch ausschließlich die Herstellung, bzw die benötigte Energie, betrachtet.
- Was ist mit der Energie und dem Aufwand für die Förderung von Rohöl?
- Der Transport von meist weit entfernten Förderquellen?
- Großzügig werden Umweltbelastungen durch Anbau von Bio-Masse nicht mit einberechnet. Aber die Umweltbelastung durch den Transport von Rohöl? Die Gefahren? Die Folgen von Unfällen? Mal ganz zu schweigen von deren Kosten?

Sorry, aber wer eine Studie in Auftrag gibt, der bekommt auch die Ergebnisse, die er haben will.
Und der Auftraggeber dieser Studie wird hier (rein zufällig?) nicht erwähnt.


Persönliches Fazit:
Mit meinem Zweitwagen fahre ich seit knapp drei Jahren und 120tkm Biodiesel. Die bösen Storries über Biodiesel die ich in der Zeit schon gehört habe kann ich gar nicht mehr zählen (in Bezug auf die KFZ-Technik). Und? Ich zahle 85Cent für den Liter Diesel und habe 2x mehr als bei "normalem" Diesel den Filter gewechselt. That's it.

MsJ

mitch
06.07.2005, 20:06
@Juli

ist der TD5 von werk ab dafür freigegeben?
Musstest du die Spritleitumgen wechseln?

gruß

e.k.n.e.g.
07.07.2005, 07:40
moin, moin
ich hatte mal bei LR für meinen TDI nachgefragt und ein eindeutiges NEIN für BIO Sprit bekommen.
Ein Freund von mir "bessert" aber schon seid ein paar Jahren seinen Sprit mit normalem reinem Speiseöl zur Hälfte auf und hat noch nie Probleme gehabt. Ich selbst hab mich aber noch nicht getraut.
Vielleicht hat ja noch jemand Erfahrung mit Salatöl?

JuLi
07.07.2005, 07:47
NEIN - der TD5 ist NICHT FÜR BIODIESEL freigegeben.
Ich fahre ihn auch (noch) mit normalem Diesel.
Zweitwagen ist 'n 1.9er Golf mit 110KW/150PS


Das Thema Biodiesel mit'm Landy findet sich übrigens vielfach hier im Forum.
Nutzt die Such-Funktion.

MsJ

blacklandy
07.07.2005, 21:56
"Energiewirtschaftlich bringt es einfach nichts, flüssigen Treibstoff aus pflanzlicher Biomasse herzustellen", sagt David Pimentel.

Da dann eben mit reinem Pöl (Rapsöl) fahren, zumindest beim TDI geht das mit wenig Aufwand.
10l Diesel - 100km Reichweite
10l Pöl auch 100km Reichweite
Macht 100% Auslastung bei wesentlich geringerem Literpreis.

GeLandy
08.07.2005, 05:26
Hallo @JuLi

Zu deiner Auflistung kommt noch die Sauerei die das Öl im Meerwasser (Bohrtürme) und im Grundwasser (z.B. undichte Pipelines) anrichtet.
Ich fahr meine ganze FZ Flotte, 12 VW vom Lupo bis zum LT und ein MB Atego mit Biodiesel. Teilweise über 200000km/Jahr völlig ohne Probleme und solange kein normaler Diesel zwischengetankt wird halten auch die Filter genausolang wie im Dieselbetrieb.

Ich zahle übrigens bundesweit nur 80 Cent/Liter. Schau mal unterBiodiesel-Partner-Tank (http://www.biodiesel-partner-tank.de/).

Grüße Gerhard

Spuckie
18.07.2005, 12:42
@GeLandy,

beim Biodiesel sollen ja nicht nur die Filter das Problem sein - eher sind es wohl die Gummidichtungen, die durch den veresterten Sprit aufgelöst werden.

Hast Du da schon Erfahrungen sammeln können?

GeLandy
18.07.2005, 19:00
Mit Dichtung hatte ich bis jetzt nur einmal Probleme, das war die Kraftstoffpumpe vom Caddy nach 3Jahren und knapp 300000km und ich glaube die wäre bei normalem Diesel wahrscheinlich auch verreckt. Wie gesagt, solange man regelmäsig Öl und Filter wechselt fehlt sich eigentlich nix.

Grüße aus der Frittenbude :D

Gerhard

Mike Trautmann
02.01.2006, 21:43
Hallo,
habe einen 95er Disco Diesel 83 PS. Hat jemand Erfahrung mit Rapsöl bei diesem Auto?
Wenn ja, kaltgepressten oder Raffinat?


MfG Mike

gz-206
07.01.2006, 18:41
was heisst: "... beim TDI geht das mit wenig Aufwand."

was ist der aufwand ??

ChrisDO
07.01.2006, 19:04
Hi,

wir hatten im Disco-Forum da drüber schon nen guten Thread. Der AndreasStreng kennt sich damit ziemlich gut aus und fährt selbst nen Tdi im Rapsölbetrieb mit 2-Tank-Umbau.

Guckst du hier (http://www.blacklandy.de/wbb2/thread.php?threadid=2800)
Seine Beiträge sind ab unteren Teil der ersten Seite zu finden.

MfG,
Christian

mitch
07.01.2006, 19:07
2 tanksystem, wärmetauscher für sprit.

sweetwater
08.01.2006, 08:20
um zurück zum Ur-thema des fred´s zu kommen:

Biodiesel ist ein Gepansche aus biologisch angebautem Öl und sog. Zündverbesserern auf Rohölbasis (man nähert sich also nur in ganz kleinen Schrittchen an die Umweltökonomie heran) - das hat sich jemand ganz schlaues ausgedacht, nur hat er nicht zuende gedacht - es geht ja auch ohne die Zusätze: dann muß man eben heitzen! und wenn man reines Pflanzenöl fährt (lassen wir den Faktor der Produktionsenergie und der des Transportes mal außen vor) hat man eine Nachwachsende Rohstoffquelle - die gibts auch noch wenn die Weltbevölkerung sich um den letzten Droppen Erdöl die Köppe eingeschlagen hat!!

Was ich sagen will:
Biodiesel ist eine Zeiterscheinung (die Zwischenstufe ) zum reinen Pflanzenöl. Biodiesel wird gehen, wenn jeder (die meisten) eine Heizung für das Spritsystem im (Diesel)Auto oder LKW haben und Pflanzenöl fahren können.

denn die Vorteile liegen auf der Hand:
oben gennantes zuerst, Umweltverträglichkeit, Produktion auf den Feldern hierzuland, Kosten (aber da muss ich mich zurückhalten, rein ökonomisch gesehen müssten die Kosten für Pflanzenöl sprunghaft ansteigen bei rasant steigender Abnahme...)


Schönen Gruß von jemanden der gerade eine Heizung in seinen Trecker einbaut! :]

Constantin

Waldschrat
10.01.2006, 06:35
Die oben genannte Studie wurde doch von den Amis in Auftrag gegeben, bzw. ausgearbeitet.

Naja, sagts mir, wenn ich da falsch liege, aber wenn die Studie zu einem anderen Schluß gekommen wäre, was sollte die selbsternannte "Weltpolizei" dann noch mit ihren ganzen Soldaten im Irak anfangen? "Tja, 'tschuldigung, wir brauchen euer Öl nicht mehr und gehen jetzt. Viel Spaß noch."

Gruß,
Waldschrat

Zwerch
13.01.2006, 15:29
Hallo,
manche von Euch werfen da zwei völlig verschiedene Themen durcheinander. Biodiesel und Pflanzenöl (PÖL) sind nicht miteinander zu vergleichen.
In der Regel können die meisten älteren Dieselmotoren (auch der Tdi) relativ problemlos mit PÖL gefahren werden. Diesemotoren sind von der Konstruktion her als Vielstoffbrenner geeignet. Bedingung ist allerdings, daß die Viskosität des Öles annähernd der von Diesel entspricht. Mit Vorwärmung des Kraftstoffes ist es durchaus möglich das ganze Jahr hindurch mit Pöl zu fahren. Probleme kann es evtl. beim Starten geben-da das Öl dann unter Umständen zu kalt zum Zünden ist. Beim Tdi im Sommer ein paar Flaschen Salatöl von Aldi in den Tank zu kippen wird idR. problemlos verkraftet. Man könnte auch mit Kerosin, Petroleum etc. fahren.
Pumpe/Düse Motoren, wie der Td5 vertragen sowas nicht so gut.

Biodiesel oder auch Rapsmethylester genannt, wird zwar auch aus Pflanzenölen gewonnen, doch ist dazu ein erheblicher Aufwand notwendig. Bei diesem Prozeß(Crack) entstehen Stoffe, die von den meisten im Kfz eingesetzten Dichtungen nicht vertragen werden. Rapsmethylester wirkt wie ein Lösungsmittel, das die Dichtungen aufquellen läst. Damit sich ein Fahrzeug dafür eignet, müssen diese durch beständige Dichtungen ersetzt werden. Manche Fahrzeughersteller bieten das als Option beim Neukauf mit an.
Da Biodiesel als Lösungsmittel wirkt, werden beim ersten Tanken Rückstände und Ablagerungen im Leitungssystem gelöst und können die Pumpe oder Einspritzdüsen verstopfen. Filter setzen sich zu.

Ich würde mir das Zeug nicht freiwillig in den Td5 kippen. Allerdings wird schon seit geraumer Zeit dem regulären Diesel Biosuppe zugemischt (es ist geplant den Anteil auf bis zu 5% zu bringen). Man munkelt, daß die Biodieselfabrikanten sonst auf ihrem Zeug sitzen bleiben würden.

Nur mal so zu nachdenken.

Gruß
Matthias

oely
13.01.2006, 23:47
@zwerch
Moin ich dachte die sind schon bei über 5% ?
Ich habe da was von 5 bis 7 % im Ohr ?
Außerdem nehemen die da doch nicht nur Biodiesel sondern auch "Sundiesel" also das zeug was aus Müll produziert wird, welcher aus Erdölbasierenden Mitteln gewonnen wird.
Oder liege ich da falsch ?


-oely-

GeLandy
14.01.2006, 09:10
Bisher dürfen die Konzerne in den Raffinerien Biodiesel beimischen, ab 2008 soll das ganze dann ein geregeltes Muss sein, damit die von uns gewählten Raubritter eine Rechtfertigung haben auch auf Biokraftstoffe eine "Mineralölsteuer" zu erheben.
Um Ihren Absatz brauchen sich die Biodieselhersteller aber nu wirklich keine Sorgen machen. Seit dem Irrsinnigen Preisanstieg bei normalem Diesel im Herbst letzten Jahres haben sehr viele Speditionen ihre LKWs auf "Bio" umgestellt um finanziell überhaupt noch eine Chance zum Überleben zu haben. Die Folge war, dass europaweit kaum noch Biodiesel zu bekommen war und an denn Tankstellen immer wieder für Tage die Tanks leer waren. Das hat gedauert bis Ende des Jahres die neue Ernte erstmal wieder verarbeitet war. Raps ist eben ein nachwachsenter Rohstoff und das geht nu mal nicht von Heute auf Morgen.

Grüße Gerhard

mgo
14.01.2006, 15:57
Dazu sage ich nur:

"Glaube keiner Statistik die du nicht selbst gestellt hast."

Gruß

mgo

Sigi_H
30.03.2006, 13:43
Zum Thema "Bio"-Diesel ist noch folgendes zu sagen:

Biodiesel (Rapsmethylester) ist meines Erachtens kein wirklich biologischer Treibstoff:

1. entgegen landläufiger Meinung wird zur Herstellung nicht nur Rapsöl, sondern alle möglichen pflanzlichen und Gerüchten zufolge auch tierisches Fett und Öl verwendet. Besonders auch Altöle und -fette.

2. zur Herstellung von 1 Liter RME benötigt man den Energieinhalt von ca 1,5 Liter Diesel. Wirrtschaftlich wird das ganze darum nur, weil beim Verestern der Öle Glyzerin anfällt und das als wertvoller Rohstoff für die Kosmetik- und Pharmaindustrie verwertet werden kann. Beim Verestern wird das Glyzerin durch eine Methylgruppe ersetzt.

3. Das erklärt auch gleich, warum bei der Benutzung von RME häufig die Einspritzpumpen nach 60000 bis 70000 km sterben, denn mit dem Glyzerin wird quasi auch der gute Schmierstoff aus dem Pflanzenöl ausgebaut. Darum hat RME wesentlich schlechtere Schmiereigenschaften als Diesel.

Die schlechten Werte aus dem genannten Spiege Artikel beziehen sich also nur auf Treibstoffe, die in aufwendigen industriellen Vorgängen aus den biologischen Grundstoffen hergestellt werden. Für reines Pflanzenöl gilt das meines Erachtens nach nicht, obwohl natürlich auch der intensive Anbau von "reinen" Pflanzenölen Nachteile hat, wenn viel Dünger und Pflanzenschutzmittel eingesetzt wird.

Bei Rapsöl reicht es eigentlich, das Öl zu pressen, zu filtrieren und bestenfalls noch zu entgasen, damit man es in Dieselmotoren verfeuern kann.
Meinen alten Citroen BX Vorkammerdiesel fuhr ich gute 100000km ohne Umbau mit Rapsöl. Im Sommer bis 80% im Tank zugemischt, im Winter bis 20%.
Meinen 200er Tdi möchte ich nun jedoch mit einer 2-Tank Lösung umbauen.
Gibts dazu Erfahrungen im Forum? Stichwort Düsenumbau? Stichwort Ölpolimerisation! Fährt jemand den Tdi mit 2-Tanklösung und wie häufig wird Ölwechserl gemacht?

Gruß

Sigi