PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bremsen / Belagstärke


Stephan2703
08.04.2005, 16:31
Hi,

meine hinteren Bremsen wurden vom Tüv als zu ungleichmäßig bemängelt (270/170)
Da ich mit dem Boden heute nicht weiterkomme, habe ich mir das mal näher angesehen. Räder ab, Bremstrommel runter und die ganze Mechanik aus der Nähe betrachtet. Ist ja ganz simpel.
Dann neu eingestellt, aber links bekomme ich an einer Stellschraube die Beläge nicht bis an die Trommel. Heißt, der höchste Punkt auf dem Raster-Exenter reicht nichtum den Belag bis zur Trommel zu bewegen. Deswegen frage ich mich wie dick die Belagstärke gewöhnlich ist? Ich habe mit der Schieblehre 4,3mm gemessen. Ist das schon weit runter? Eigerntlich sehen die Beläge sonst ganz gut aus und die Trommel hat fast keine Einlauffläche, ist also glatt.

Gruß,
Stephan

dersalweyer
09.04.2005, 08:51
Moin,

wenn noch 4,3 mm drauf sind, ist mehr als die Hälfte.

Damit müßte die Backe noch anliegen. Der Fehler muß woanders liegen.

Ich will dir nicht zu nahe treten, aber hast Du den Exenter richtigrum bewegt? Is mir auch schon passiert.

Oder sind die Trommeln mal ausgedreht worden!? Die Maße des Durchmessers stehen im WHB.

Gruß Anton

Stephan2703
09.04.2005, 09:08
Hi Anton,

Du tritst mir nicht zu nahe, ich freue mich über jeden Hinweis.

Falsch rum habe ich nicht gedreht. Wenn man über den höchsten Punkt kommt, zieht die Feder die Bremsbacke in die unterste Stellung zurück und man beginnt nach einer halben Umdrehung wieder in der ersten Raste. Sind dann glaube ich 6 Rasten und die 7. ist wieder Absturz vom höchsten Punkt.
Komischerweise nur auf einer Seite. Die andere Stellschraube bringt die gegenüberliegende Bremsbacke zum Anliegen an die Trommel.

Seit meinen Verstellungen hat sich auch der Bremspedalweg vegrößert. Erst weit unten kommt wenig Bremsleistung und Brake Symbol leuchtet auf. Trete ich 3 mal schnell hintereinander aufs Pedal ist wieder volle Bremsleistung da. Wird wohl Luft sein, aber warum? Ich habe das System ja nicht geöffnet.

Kann erst nächste Woche ans Entlüften gehen, muß erst Bremsflüssigkeit kaufen.

Gruß,
Stephan

gkuehn
09.04.2005, 09:59
Also das mit dem Entlüften mach ich 1-2 mal im Jahr. Im Handbuch steht glaube ich auch, daß man wenigstens einmal im Jahr die Bremsen checken sollte.

Zum Entlüften benutze ich einen "automatischen Entlüfter". Das ist ein Schlauch der mit einem Rückschlagventil versehen ist. Damit entfällt die Notwendigkeit zu zweit zu arbeiten. Gibt es immer wieder bei Ebay und kostet um die 9 Euro. Hat auf jeden Fall meine Empfehlung.

Grüße, Guido

Stephan2703
09.04.2005, 10:36
Hi Guido,

wiede mal ein sehr guter Tip. Habe gerade bei ebay über sofort kauf einen Entlüfter gekauft. Danke!

Gruß,
Stephan

dersalweyer
09.04.2005, 10:38
Zum Entlüften weitere Hinweise:


Beim normalen Entlüften über das Pedal, also niedertreten des selbigen,
unbedingt darauf achten, das das Pedal nicht weiter wie im normalen Fahrbetrieb (etwa 2/3) durchgetreten wird!!! Dadurch ist sehr schnell der HBZ beschädigt. Zumindest die Manschette im Inneren nimmt dabei leicht Schaden an einer "Kante" die im Zylinder mit der Zeit an der Stelle entsteht, bis wohin das Pedal i.d.R. durchgetreten wird.

Das Entlüften geht ganz hervorragent mit einem Deckel (ein alter tut's völlig) auf dem HBZ, der mit einem Autoventil versehen ist.

Arbeitsablauf:

Flüssigkeit einfüllen

Deckel mit Ventiel aufschrauben

Mit Kompressor leichten Druck, nicht meht als max 0,5 bar, übers Ventil einlassen.

Entlüfternippel öffnen bis Blasen freie BF austritt. Nippel schließen.

Das Ganze rundum.

Somit wird die Flüssigkeit blasenfrei durch die Leitungen gedrückt.

Ab und zu den Flüssigkeitsstand kontrolieren.

Wenn dazu noch eine Flasche wie von Guido beschrieben benutzt wird, ist das Ganze ein Klacks!


@Stefan

Wenn die Lampe aufleuchtet, unbedingt das Bremsausfallventiel auf die Einstellung(Mittelstellung) überprüfen.

Zur oben genannten Methode schau ich mal nach einem Bild.


Gruß Anton

Stephan2703
09.04.2005, 11:03
@ Anton

wo finde ich denn das Bremsausfallventil?
Das ist der Teil im WHB, den ich noch nicht verstanden habe.
Das Entlüften ist klar.

Gruß,
Stephan

26kanal
09.04.2005, 12:23
Wenn die Lampe aufleuchtet, unbedingt das Bremsausfallventiel auf die Einstellung(Mittelstellung) überprüfen.

wo finde ich denn das Bremsausfallventil?

Am rechten Rahmenlaengstrager, vorne, ca. unterhalb des Luftfilters, da wo der Stecker draufsitzt.
;) Und jetzt kommt wieder ein Tip, an dem sich die Geister scheiden:
Zieh den Stecker ab und vergiss dieses Bremsdruckabfallkontrolldingenshassenichgesehen! Fuer die Funktion der Bremse ist dieses Teil (so'n typischer British Leyland Unsinn der 70er Jahre, hatten die damals in vielen ihrer Autos) herzlich unwichtig. Das ist eine reine Warneinrichtung, mehr nicht. Wenn Dich das schlecht schlafen laesst, kannst Du das "irgendwann", z.B. in einer ganz langweiligen Zeit naechsten Winter, geraderuecken. Aber brauchen tust Du das nicht, auch den TueV interessiert das ueberhaupt nicht.

Deine HA-Bremse:
Koennte es denn sein, dass die beiden Bremseinstellexzenter verschlissen sind (bei meinem sind sie das auch, ich habe fast keine Rasten mehr, aber noch laesst sichs einstellen). Es gibt einen Rep.-Kit.
Wie Anton schon sagte: Ueberpruef unbedingt die Trommeln! Vielleicht sind die ueber das Erlaubte hinaus ausgedreht, die Bremsbacken sind aber nur Standard (angeblich hat es Uebergroessen gegeben, hab aber noch nie irgendwo Teilenrn. gesehen). Als man noch Belaege selber aufnietete, konnte man da tricksen. Ggf. kann Dir ein Lkw-Bremsendienst weiterhelfen. Aber sinnvoller sind dann wohl neue Trommeln, wenn ...s.o.
Die Landy-Bremse (der HBZ) verschiebt nur ein rel. kleines Volumen von Bremsfluessigkeit. Mit anderen Worten: Wenn die Bremsen nicht gut eingestellt sind, kommst Du sehr bald in die Verlegenheit, dass Du mehrfach pumpen musst, um Druck auf die Bremse zu bekommen, auch ohne dass Luft in der Bremse ist. Aber, klar, besser erstmal ueberpruefen, dass keine Luft vorhanden ist (hast Du denn irgendwas geoeffnet? Hattest Du schon ein ungutes Gefuehl auf der Ueberfahrt? Luft = weiches Bremspedal).
Die Einstellerei an der hinteren (Simplex-) Bremse finde ich immer etwas fummelig, da sich jede Raste an dem Exzenter der einen Backe ueber den Radbremszylinder immer auch auf die gegenueberliegende B. auswirkt. Im Zweifelsfall mach bis auf die Bremsankerplatten alles neu, beidseitig. Dann sollte es gehen, und Du brauchst da erstmal lange nicht mehr reinzuschauen.

dersalweyer
09.04.2005, 13:27
Original von 26kanal
;) Und jetzt kommt wieder ein Tip, an dem sich die Geister scheiden:
Zieh den Stecker ab und vergiss dieses Bremsdruckabfallkontrolldingenshassenichgesehen! Fuer die Funktion der Bremse ist dieses Teil (so'n typischer British Leyland Unsinn der 70er Jahre, hatten die damals in vielen ihrer Autos) herzlich unwichtig.


Sorry, das seh ich so als nicht ganz richtig an.

Dieses Verteilerstück und die damit verbundene Leuchte hat schon einen Sinn! Ich geh mal von der Zweikreisbremse aus. Es wird ja von beiden Bremskreisen angesteuert. Das schwimmendgelagerte Trennteil im innern steht, wenn alles dicht ist, in der Mitte des Ventils/Verteilers.
Sollte es zum ausfall eines Kreises kommen ( z.B. Bremleitung platzt ) verschiebt sich das Trennstück und schließt diesen (defekten) Kreis.

Dadurch wird die Lampe geschaltet und meldet den Defekt.

Wenn das Ventil vorhanden ist, sollte es auch funktionieren.

Ob man das braucht, steht auf einen anderen Blatt. Ich weis von Leuten, die diese, als Ersatzteil sehr teure Ding, entfernt und die Leitungen so verbunden haben. Bremsen tuts dann auch.

Gruß Anton

26kanal
09.04.2005, 13:54
Wenn ich die Zeichnungen in SIII-WHB (Kapitel 70.15.41, Seite 70-5) richtig verstehe, kann kein Teil des zweiteiligen 'Pendelventils' irgendeinen Bremskreis verschliessen, da die Kammerbereiche, wo Zu- uind Abgang eingeschraubt sind, aufgeweitet sind gegenueber der Mitte (da wo die Kolben normalerweise sitzen). Wie soll da die Abdichtung funktionieren? Das widerspricht auch allen muendlichen Ueberlieferungen, die ich bisher zum Thema aufschnappen konnte.
Wenn es anders waere, waere die korrekte Arbeitsweise dieses Bauteils sogar lebenswichtig, da eine Endlagenstellung eines der beiden Teile einen Bremskreis abschaltet, egal ob undicht oder nicht - dann wuerde sich der TueV aber auch ueberpruefen (geschaetzt).
Aber ich mag mich irren und die Zeichnungen sind falsch. Wer hat so'n Teil in zerlegbarem Zustand liegen und kann vielleicht aussagefaehige Fotos anfertigen?

Nein, sorry, ich bleib dabei, ist ein reines Warninstrument, nicht mehr, hat keinen funktionalen Eingriff in die Bremse.

Gruss
Volker

Stephan2703
09.04.2005, 16:01
Hi,

auf der Überfahrt und auch hier vor Ort haben die Bremsen vorzüglich funktioniert. Ich bin nach der Tüv Vorführung an das rechte Hinterrad gegangen, weil dort zuwenig Bremsleistung (links270, rechts170) gemessen wurde. Habe dann den Exenter verstellt und beim nächsten Tritt aufs Bremspedal war kaum noch Bremswirkung da. Erst ganz weit unten am Pedal und Brake leuchtete auf. Es kann sein, das ich über den höchsten Nachstellpunkt hinausgekommen bin. Vielleicht habe ich die Balance dieser Mittelkontrolle verschoben. Kann dabei das Pedal durchsacken?
Aber Luft dürfte eigentlich keine hinein gekommen sein, außer der Radbremszylinder hätte gleichzeitig den Geist aufgegeben. Es tritt aber keine Flüssigkeit aus, deswegen glaube ich nicht daran.
Der Behälter am Hauptbremsz. ist ziemlich voll. Also kann von dort auch keine Luft ins System gekommen sein.
So richtig blicke ich noch nicht durch. Aber Montag muß ich erstmal Bremsflüssigkeit besorgen um das mit der Luft abzuchecken.

Dieser Schalter mit der Mittelstellung ist schon merkwürdig.
Habe ich das richtig verstanden, das man bei Verschiebung in die eine Richtung, z.B. nach hinten, den vorderen Bremskreis öffnen muß um den wieder in die Mitte zu bekommen? Also auf der jeweils gegenüberliegenden Seite Bremsflüssigkeit ablassen?

Gruß,
Stephan

Wieviel Semester braucht man eigentlich bis zum Landy-Diplom? :D

Stephan2703
09.04.2005, 16:16
Hi,

die Bremse lässt mir keine Ruhe.
Es geht immer noch um die Mittelstellung diese Dings zwischen den beiden Kreisen.
Wenn man am Einstellexenter des Rades in der obersten Stellung also in der letzten Raste ist, wird der Rückweg des Kolbens im Radbremszylinder eingeschränkt.
Ich habe den Exenter verstellt, im Glauben ich könnte noch nachstellen. Da der höchste Punkt des Exenters schon erreicht war, kam ich in die Grundstellung zurück. Einen Endanschlag gibts ja nicht. Dadurch wird der Kolben des Radbremszylinders komplett reingedrückt und die Bremsflüssigkeit muß nach vorn zum Ausgleichsbehälter fließen.
Kann es sein, das dadurch die Mttelstellung des Differentialschalterkolbens (habe jetzt den genauen Namen aus dem WHB) verschoben wurde und als Ergebnis das Pedal durchsackt und die Leuchte angeht?

Ich komme der Sache langsam näher. :)

Gruß,
Stephan

Stephan2703
25.04.2005, 18:32
Hi,

ich habe heute den Nachmitag an den Hinteradbremsen verbracht. Dabei hat sich ein Problem gezeigt, das eigentlich alle haben müßten. Oder ich habe einen grundlegenden Fehler im System.

Folgendes passiert:
Beim verstellen der Bremsbeläge über den Rasterexenter, springt der anliegende Bolzen vom Exenter und rutsch daneben. Dadurch wird der Bremsbelag über die Feder komplett nach innen gezogen, soweit es der Radbremszylinder zulässt. Das heißt, der Bremsbelag verkanntet seitlich.
Ich habe die Bremstrommel mehrfach abgenommen und wieder aufgesteckt. Sobald ich am Exenter drehe rutscht der Bolzen wieder ab.
Das Problem hatte mein Vorbesitzer auch schon. An den alten Belägen ist auf dem Bolzen ein Schweißpunkt, da wollte ihn jemand verlängern. Das kann aber doch nicht die Lösung sein. Hat auch nicht wirklich funktioniert. Die alten Trommeln und Beläge waren noch gut. Ich habe nur das Problem nicht erkannt.

Ich habe natürlich wieder Fotos gemacht, die Kamera ist immer dabei. :)

http://www.buenger-germany.de/lr/Bremse1.jpg
neue Beläge HA mit den kurzen Bolzen, die immer abrutschen

http://www.buenger-germany.de/lr/Bremse2.jpg
Exenter mit Raster

http://www.buenger-germany.de/lr/Bremse5.jpg
neue Beläge der VA mit lagen Bolzen

Jetzt brauche ich wieder mal einen Tip.
Wo liegt der Fehler?

Gruß,
Stephan

Stephan2703
26.04.2005, 10:55
Hi,

ist keiner hier der Erfahrung mit dem beschriebenen Problem hat?
Ich habe jetzt die Bremsen nochmal zerlegt. Die Bolzen in den Bremsbackenträgern sind effektiv sehr kurz bemessen. Dreht man am Exenter, kippt der Bolzen nach 2-3 Rasten vom Exenter. Das tritt aber nur bei jeweils einer Bremsbacke pro Radseite auf, und zwar genau bei der Seite wo der Bolzen keinen Bund hat. (siehe oberstes Bild in meinem vorigen Beitrag)
Ich habe das Problem jetzt so gelöst, das ich zwischen Ankerplatte und Exenter eine dickere Scheibe gelegt habe. Dadurch kommt der Exenter etwas weiter raus und er kippt nicht mehr so leicht ab. Ist aber ein unbefriedigendes Gefühl. Vielleicht meldet sich ja doch noch jemand mit dem "Ei des Kolumbus". Auf jeden Fall ist das Durchsacken des Bremspedals behoben. Das lag tatsächlich an den komplett eingefahrenen Radbremskolben. Ich mußte durch pumpen die Bremsflüssigkeit nach hinten drücken bis die Backen anlagen. Luft war keine im System.

Gruß,
Stephan

landystation
26.04.2005, 13:53
Hallo
kann es denn sein das die Backen vertauscht sind es gibt ja eine ablaufende und eine auflaufende Backe vielleicht ist da was damals falsch montiert worden du weißt ja die Engländer.
Bis denne
Stefan

Stephan2703
26.04.2005, 16:16
Hi zato,

sind da Unterschiede zwischen ablaufender und auflaufender Bremsbacke? Im WHB steht nichts und für mich sahen die alle 4 gleich aus.
Dieser Bolzen, der an der Exenterscheibe anliegt, ist grundsätzlich von der gleichen Seite vernietet. Um das nachzusehen habe ich extra noch einmal alles zerlegt. Die Backen sind alle gleich.

Sollte ich irgendwas übersehen haben, bitte melden.
Auf jeden Fall funktionieren die Bremsen jetzt wieder einwandfrei.

Gruß,
Stephan

PS: Ich habe die Bremse jetzt so oft zerlegt, das müßte jetzt auch mit verbundenen Augen klappen :D

mgo
26.04.2005, 22:14
Hi Stephan,

bevor du dich tottüftelst ruf doch bei den Einschlägigen Werkstätten an. Dein Teilelieferant sollte sowas auch wissen.

mgo

gkuehn
26.04.2005, 22:54
Hallo Stephan,

Du tauchst ja ganz schön schnell und tief in die Materie ein, Respekt. Eine gute Quelle fundierten Wissens sind alte Lehrbücher aus der KFZ Technik. Ich schlag für solche allgemeinen Verständnisfragen wie Aufbau und Wechsel von Trommelbremsen z.B. gerneauch mal in "Fachkunde Kraftfahrzeuge" von 1956 aus dem Verlag EUROPA Lehrmittel nach. Da wird die Technik der Fahrzeuge zeitgemäß, technisch korrekt und anschaulich erläutert. Gibt es bei Ebay, Opa, dem netten älteren Herrn im Nachbarhaus oder im Antiquariat und sollte in keinem Schrauberhaushalt fehlen. Ansonsten habe ich hier noch eine digitale Ausgabe des Werkstatthandbuches für Serie Landrover der Südafrikanischen Armee, welches mir besser und vor allem anschaulicher erscheint als das deutsche oder englische LR Werkstatthandbuch.

Grüße, Guido

Stephan2703
27.04.2005, 07:08
Original von mgo
Hi Stephan,

bevor du dich tottüftelst ruf doch bei den Einschlägigen Werkstätten an. Dein Teilelieferant sollte sowas auch wissen.

mgo

@Manfred,

tottüfteln, nee nee, es fängt gerade an Spaß zu machen.

Meine Teile habe ich bei Paddock in England gekauft. Mein Englisch reicht nicht für ein Telefonat, das habe ich gemerkt als ich den LR gekauft habe.

@Guido

Danke für die Buchtips. Ich habe hier auch noch einen Stapel Reparaturanleitungen älterer Autos. Die habe ich mir immer gekauft wenn ich das Auto gewechselt habe. Unterschiede zwischen ablaufender und auflaufender Bremsbacke sind mir aber unbekannt, und ich schließe das beim LR auch aus.

Im Moment bin ich aber auch fertig mit den Bremsen. Habe gestern beim Bulkhead angefangen. Zur Zeit demontiere ich die alten Bleche. Aber heute morgen regnets und meine Baustelle liegt still. X(

Gruß,
Stephan

dersalweyer
27.04.2005, 12:52
Original von Stephan2703
Unterschiede zwischen ablaufender und auflaufender Bremsbacke sind mir aber unbekannt, und ich schließe das beim LR auch aus.

Im Moment bin ich aber auch fertig mit den Bremsen.

@stephan

freut mich, das Du bie Bremsen im Griff hast!


Aber Auf- und Bblaufende Bremsbacken kannst Du nicht ausschließen!

Das ist bei jeder Trommelbremse so.

Hier mal die Unterschiede:

Simplex Bremse (z.B. Landy hinten)

Doppelwirkender BZ drückt die Beläge an die Trommel.

Die andere Seite ruht im Gegenlager.

Auflaufende Backe - wird mitgerissen und dadurch verstärckt sich ihr Andruck

Ablaufende Backe wird angedrückt, aber "Abgewiesen", also nur mit geschliffen. Keine selbsthemmende Verstärckung möglich.


Duplex Bremse (z..H. Landy vorn)

Zwei einseitig wirkende BZ drücken die Beläge an.

Dadurch zwei Auflaufende BB.

Das Gegenlager bildet die andere Seite des BZ.

Durch zwei auflaufende BB deutlich bessere Bremswirkung.


Doppel Duplex Bremse (z.B. Alte VW Busse vorn)

Zwei zweiseitig wirkende BZ.

Dadurch nochmal verbesserte Bremsleistung.

Bei diesem System auflaufende BB auch bei Rückwärtsfahrt.


Alles Klar?

Gruß Anton

Stephan2703
27.04.2005, 14:07
Hallo Anton,

danke für die ausführliche Erläuterung. Im Grunde war mir das alles klar, wenn ich es auch nicht so in Worte hätte fassen können.

Es ging aber nicht um das Wirkprizip der Bremse an sich, sondern darum, das die beiden Bremsbacken bautechnisch identisch sind.
Zato hatte in seinem Beitrag geäußert, das da was falsch eingebaut worden sein könnte, also die Backen vertauscht wurden. Genau das schließe ich aus, beide Backen sind identisch, auch wenn sie im Hinterrad einmal als ablaufende und einmal als auflaufende Bremse wirken.

Was mich wirklich wundert, das zu meinem Problem mit den kurzen Bolzen niemand was sagen kann. Das heißt eigentlich, dass das bei mir eine Ausnahme ist. Deswegen überlege ich weiter woran das liegen kann.
Damit die Bremsbacke überhaupt seitlich abkippen kann, muß im Schlitz des Bremszylinderkolbens, da wo die Backe geführt wird, Spiel vorhanden sein. Vielleicht ist das zu groß bei mir. Da werde ich langfristig mal die Radbremszylinder wechseln. Im Moment gehts ja erst mal wieder. Beläge, Trommeln und Nachsteller sind neu.

Danke für Deine Erläuterungen,

Gruß,
Stephan

26kanal
30.04.2005, 11:42
Stephan, ich verliere langsam aber sicher den roten Faden...
Sorry, dass ich das Thema auch noch mal aufgreife. Aber da ist es absolut sicherheitsrelevant (im Gegensatz zu diesem Bremsdruckabfallwarndingens .... is gut, ich hoer ja schon auf).

Hattest Du das Problem mit den alten Bremsbelaegen? Oder hast Du auch hinten neue verbaut, und damit trat das Problem auf? Sind das denn ueberhaupt die richtigen? In Kleinwiehe gibt es doch bestimmt Rat und Hilfe, und sei es nur, dass man da mal ein paar Belaege nebeneinander legt.

Ein paar Gedanken:
Wer hat die Bremsexzenter hinten erneuert? Ist dabei vielleicht was schief gelaufen, dass die nicht weit genug in der Bremsankerplatte stecken? Oder dass die Exzenter selber nachgeben koennen?
Haben nicht auch die hinteren Bremsen diese Anschlagschrauben gegen das Verkippen der Backen (das ist jetzt aber eigentlich die andere Richtung, die, die keine Probleme verursachen duerfte bzgl. der Verstellexzenter). Wie stehen die denn eigentlich?
Mit den Bremstrommeln war alles roger?
Die Stifte in den Backen kommen auch mir sehr kurz vor, aber ich habe die Teile nicht zur Hand um zu vergleichen. Vielleicht heute nachmittag.
Irgendwas war/ist da falsch in Deiner Bremse.
Unten die Gegenlager der Backen. Ist die aufgenietete Platte denn fest? Da sind normalerweise ein paar Zehntel Luft, nicht mehr.
Radbremszyl., vielleicht gibt es tatsaechlich welche mit einer breiteren Fuehrungsnut? Wenn es Originalteile von Lucas-Girling sind, steht 'ne Numer drauf. Kann man moeglicherweise identifizieren (ich muesste noch alte liegen haben).

Gruss
Volker

Stephan2703
30.04.2005, 13:01
Hallo Volker,

ich habe hinten neue Beläge, neue Nachstellexenter und neue Trommeln verbaut.
Die hintere Bremsen haben keine Führungsschrauben für die Backen, die sind nur vorne.
Die unteren Führungen sind gut und weisen gerade so viel Spiel auf, das die Backen sich noch bewegen könne, also bestens.
Die Nut im Radbremszylinderkolben hat Spiel, nicht dramatisch aber doch unbefriedigend.(evtl. aber auch gewollt, damit der Kolben nicht verkanntet)
Bei den Nachstellexentern habe ich überlegt wie die richtige Montagereihenfolge ist.
http://www.buenger-germany.de/lr/exenter1.jpg
Außerdem gibts 2 Exenterscheiben. Die Schwarze hat einen anderen Kurvenverlauf, aber der höchste Punkt ist identisch mit der Blanken.
Dieser Aluring mit Bund ist von außen an der Ankeplatte verbaut. Einen Sinn für den Bund habe ich nicht entdeckt, der paßt nirgends rein. Weder in das Loch der Ankerplatte noch in die kurze Feder. Ich habe kurz überlegt ob das Alu-Teil innen verbaut wird, aber dafür ist es zu dick.
Dann bleibt nur noch eine Reihenfolge:
Die gelb verzinkte Scheibe als erstes über die Schraube als Anlage für die Feder, dann die Feder und davor den Aluring.
Die nicht verzinkte Scheibe dann als erstes innerhalb der Bremse, also vor der Exenterscheibe und zuletzt die Schraube.
http://www.buenger-germany.de/lr/exenter3.jpg
Was ich jetzt gemacht habe? Die innere Scheibe durch eine etwas dickere Scheibe ersetzt. Dadurch kommt der Exenter ein paar Zehntel weiter von der Ankerplatte weg. Das hat gereicht um das Abrutschen vom Bolzen zu verhindern.
Ich habe dann so weit am Exenter gedreht bis die Trommel blockierte und dann einen Raster zurück. Dann die Bremse ein paar mal betätigt und nochmal neu eingestellt, nachdem sich die Backen gesetzt hatten. Seitdem habe ich wieder guten Druck beim Tritt aufs Pedal.
Was mir aber gar nicht gefällt ist der Gedanke, das dieser Bolzen so an der Außenkannte hängt, das man jederzeit mit einem Abrutschen rechnen muß. Aber vielleicht ist das auch gar nicht so und die Auflage ist nach dem Setzen der Backen ok. Der Weg, den die Bremsbacke bei korrekter Einstellung zurücklegt, ist extrem kurz. Die Backe kann kaum noch verkannten und abrutschen,da die Bewegungsfreiheit durch die nahe Trommel sehr begrenzt ist.
Wirklich testen kann ich die Bremsen zur Zeit nicht, habe ja keine Versicherung mehr.
Aber es geht vorwärts, der Boden ist drin und die Sitze hinten sind eingebaut. Bin jetzt am Bulkhead und kämpfe mit den gammeligen Schrauben. Dazu aber in nächster Zeit ein neuer Thread.

Ich finde es richtig toll das Du Dir immer wieder solche Gedanken um unsere Schrauberei machst. Diese Diskussionen tragen viel zum Verständnis bei.

Gruß,
Stephan

mgo
30.04.2005, 23:25
Hi Stephan,

auch bei Paddock gekauft wie. Habe Heute meine eine, rechte Vorderadbremse in stundenlanger Arbeit neu belegt. War echt ätzend da die Schrauben von der Trommel fest waren und die Trommel nicht runterwollte.

Naja, irgendwann war die Trommel der Klügere von uns beiden. Über die Excenterteile habe ich ebenfalls gerätselt. Den silbernen Metallring hasbe ich Innen montiert, als Abstandshalter für den Exzenter von der Montageplatte der Bremsen.

Habe an den hinteren Belägen ebenfalls die kurzen Exzenterstäbchen, bin gespannt wie das funzt.

Grüße

mgo
30.04.2005, 23:34
Hi,

habe noch ein Bild drangehängt. Aussen habe ich die Schraube mit der Feder direkt auf die Platte geschraubt, die U-Scheiben passen eh nicht über die Schraube, wusste ich nix mit anzufangen.

Stephan2703
01.05.2005, 06:23
Hi Manfred,

sehr interessant. Du hast diesen Alu-Ring innen montiert. Ist das bei den Vorderradbremsen auch einer mit Bund, genau wie hinten?

Wie ist das hinten? Ist der Alu-Ring da auch von innen montiert? Ich bin sehr gespannt, möglicherweise muß ich das noch ändern. Wenn der Alu-Ring außen montiert ist kann man das sehen, kurze Mitteilung wäre super.
Vielleicht melden sich auch noch andere und teilen uns mit ob dieser Ring von außen sichtbar ist. Einfach kurz auf die Nachsteller sehen.

Die U-Scheiben passen über die Schrauben. Allerdings geht das nicht mit den Händen. Ich habe die U-Scheibe auf eine Hülse gelegt und dann die Schraube mit einem Hämmerchen durchgetrieben. Ist die erst mal drauf, kann man sie von Hand weiterschieben. Ohne U-Scheibe verkanntet die Feder vorne am Sechskannt.

Gruß,
Stephan

mgo
01.05.2005, 09:25
Hi Stephan,

das original Teile-Setup hat mit dem von Paddock gelieferten rein gar nichts gemein. Original hatte bei der V-Bremse einen Abstandshalter auf der Bremsbackenseite, war länger und verstemmt, vernietet, was weiß ich, auf jeden Fall nicht verschraubt. das Teil habe ich abgeflext. Um den Abstandshalter Innen zu erstezne kam nur der komische Ring in Frage. Für U-Scheiben war kein Platz, also war das auf dem Bild gezeiget Setup das einzig mögliche.

Hinten will ich es genauso machen, mal sehen ob es geht.

Vile Grüße

Stephan2703
04.05.2005, 18:31
Hi,

nach allem hin und her habe ich vor ein paar Tagen an Paddock geschrieben. Ich dachte mir, das die wissen, wie der Exenter richtig montiert wird.
Fehlanzeige.
Die verhandeln gerade mit einem neuen Lieferanten, der eine Montageanleitung mitliefert.

Gruß,
Stephan